IHAG-Kommentar: Börsen schwächeln, halten sich aber noch auf Unterstützungslinien

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Das Auf und Ab an den Börsen ging weiter, wobei das Ab leicht dominierte. Überraschend könnte im Juni das FED doch eine Zinserhöhung vornehmen, was die Börsen kurzfristig belastet. Dennoch zeigen sich die US-Börsen noch relativ resistent. Der S&P 500 ging dank einem erholten Freitag sogar mit leichtem Wochengewinn von 0.3% aus der Handelswoche, wogegen der DAX 0.4% verlor. Hier „schockierte“ Bayer (mit 9% der schwerste Wert im DAX) mit offiziellen, ersten Übernahme-gesprächen für den USD 52 Mrd. Koloss Monsanto. Bayer verlor fast 7%. Die zuvor gebeutelten Pharmawerte beruhigten mit diversen guten Nachrichten aus der Pipeline und somit konnte der SMI über die kurze Handelswoche 0.9% zulegen.

Die Minutes zum FOMC Meeting vom 27. April gaben überraschenderweise Hinweise auf eine mögliche Erhöhung der Zinsen am nächsten FED Meeting im Juni. Dies, falls sich der Arbeitsmarkt weiter verbessert und die Inflation steigt. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sprangen in den USA 10 Basispunkte auf 1.85% und 5 Basispunkte in Deutschland. In der Schweiz reichte es nur für 2 Basispunkte. Bei den Währungen erstarkte der USD. Der EUR/USD fiel von 1.13 auf 1.12 und der USD/CHF sprang von 0.975 auf 0.99. Der EUR/CHF schwächte sich einen Rappen auf 1.11 ab.

Silber unter Druck
Die Edelmetalle schwächelten, allen voran Silber, wo der Preis pro Unze über die Woche 3% auf USD 16.5 zurückkam. Gold verlor mit 1.4% über die Woche auf USD 1253 weniger und kann mit dem stärkeren USD erklärt werden. Mit fast USD 49 pro Fass Brent bleibt der Ölpreis hartnäckig oben und es werden in der Presse sogar Marktmanipulationen von Rohstoffhändlern vermutet. Gestützt hat die Meldung der EIA, wonach die Förderung in den USA auf dem tiefsten Niveau seit September 2014 sei.

Der S&P 500 verlor intraday am Donnerstag kurz den charttechnisch wichtigen Support bei 2040 Punkten, konnte sich aber am Freitag wieder darüber hiessen. Bisher waren die Börsenindices in den USA sehr resistent. Im Gegensatz dazu haben in Europa die Indices seit den Jahreshöchstkursen vom April bereits 3% bis 5% korrigiert und bewegen sich seit ein paar Tagen abwartend seitwärts. Es fehlen die Trigger, die Gewinne stagnieren in Europa seit Jahren. Das Vertrauen der Investoren und auch Konsumenten in die Zukunft ist tief, von diversen Problemen belastet (Flüchtlinge, sinkende Renten, ewige Baustelle Griechenland, etc). Vom Treffen der Finanzminister der G7 Staaten in Japan gab es keine News. Diese Woche treffen sich die europäischen Finanzminister. Immerhin konnte in Griechenland der amtierende Ministerpräsident Tsipras am Wochenende mit 153 von 300 Stimmen die von der EU geforderten Reformen knapp durchboxen. Damit bleibt die Lage im Süden Europas beim Status Quo.

Mit Transaktionen zuwarten
Gute Titel mit stetigem EPS-Wachstum sind teuer (Nestlé, Givaudan, Essilor), billige Titel wie Autowerte in Europa (Daimler) werden wegen erwartetem zyklischen Abschwung und Luxusgüter (Richemont) wegen publiziertem Konsumabschwung weiter gemieden. Wir würden bei ersteren dabei bleiben und bei letzteren noch keine Zukäufe tätigen. Insgesamt bleiben wir sehr zurückhaltend und würden mit Transaktionen zuwarten, bis sich ein Trend abzeichnet. Ein Rücksetzer könnte bald Opportunitäten eröffnen. (IHAG/frp/mc/ps)

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