IHAG-Marktkommentar: Börsen in Europa ohne Kraft, USA mit Erholungstendenz

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Nachdem Nordkorea eine Rakete abgefeuert hatte, welche über Japan flog und 1200 km später ins Meer stürzte, rückte die geopolitische Anspannung wieder ins Bewusstsein. Anlagen in sichere Häfen, wie Gold und Bonds, erhielten Auftrieb. Im Gegensatz zu Europa zeigte sich die Wall Street am Dienstag wenig belastet. Dagegen drückte der immer weiter steigende Euro die Aktienkurse in Europa. Robuste Konjunkturdaten hellten die Stimmung an der Wallstreet am Mittwoch auf. Zudem liessen die Sorgen um den Nordkorea-Konflikt etwas nach. Der Euro Stoxx 50 verlor bis am Dienstag 2%, schloss aber mit der Entspannung die Woche sogar leicht im Plus. Ein ähnliches Bild im SMI, wogegen der S&P 500 1.4% zulegen konnte.

Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen sind in den USA am Dienstag kurz auf 2.09% abgesackt, schlossen aber bei 2.16% die Woche kaum verändert. In Deutschland blieb die Rendite im Bund bei 0.38% und in der Schweiz in den Eidgenossen bei -0.12%.

EZB-Chef Mario Draghi schwieg derweil den Euro hoch. Der Euro kletterte bereits am Freitag der Vorwoche während dem Meeting der Notenbanker in Jackson Hole und durchstiess am Dienstag die Marke von 1.20 zum US-Dollar, was nochmals eine heftige Kaufwelle bis auf 1.2070 auslöste. Danach ging dem Euro die Luft aus und er sackte bis am Donnerstag unter 1.19 ab, mit Freitagsschluss bei 1.1860. Der Dollar fand in guten Konjunkturdaten – am Mittwoch war die BIP Schätzung fürs 2. Quartal besser als erwartet – eine Stütze. Über die Woche konnte der Dollar zum Franken 0.5% zulegen und die 96 Rappen zurückerobern. Der EUR/CHF konsolidierte bei 1.1440.

Der Goldpreis konnte sich über die Widerstandsmarke von 1300 Dollar pro Unze hieven und schloss am Freitag bei USD 1321. Damit könnte der Uptrend noch etwas weiter laufen.

Mit wenig News konsolidierte der Ölpreis in Europa die Woche um USD 52.50 pro Fass Brent. Weil in den USA einige Raffinerien wegen dem Hurrikan geschlossen waren, stiegen dort die Öllager und sank der Preis für das Fass WTI. Dies dürfte aber temporär sein und die Anlagen sollten demnächst wieder anlaufen.

September: Historisch schlechter Börsenmonat
Der September ist historisch ein schlechter Börsenmonat. Politische Themen bleiben im Vordergrund. Es dürfte zu weiteren Diskussionen zwischen dem Kongress und Präsident Trump kommen, mit Themen wie Schuldenerhöhung, Finanzierung des Mauerbaus zu Mexiko und endlich Fortschritte bei der Steuersenkung. Am Sonntag kam es in Nordkorea zum Test einer Wasserstoffbombe. Somit hat sich die Hoffnung einer Beruhigung zerschlagen. Die Uno beruft heute in New York eine ausserordentliche Sitzung ein. Diktator Kim hatte bereits vor einem Jahr zu einem Nationalfeiertag ein Atombombentest durchgeführt. Leider scheint dies eine Tradition zu haben. Bisher muss die Welt tatenlos zusehen. Entscheidend wird wohl sein, wie hinter den Kulissen die beiden Handelspartner China und Russland mit Diktator Kim politisieren.

Heute sind die Börsen in den USA geschlossen und Europa dürfte mit Abgaben reagieren. Gut möglich, dass man dann wieder zur Tagesordnung übergeht und die volatile Seitwärtsbewegung anhält. Was kommuniziert EZB-Boss Draghi am 7. September? Erwartet werden Hinweise um das weitere Vorgehen bei den Obligationenkäufen.

Kaufempfehlungen schwierig
In diesem Umfeld mit wenig klaren Trends und viel politischen Einflüssen sind Kaufempfehlungen schwierig. Gestaffelte Zukäufe in solide Aktien mit gutem Leistungsausweis können dennoch überlegt werden. Ein sicherer Wert scheint der global führende Caterer Compass Group zu sein, zumal auch das GBP zum CHF bei 1.24 auf einem Support notiert. Der Gewinn klettert stetig und das Management beteiligt den Aktionär am überschüssigen Cash.

Die mit langjährigem Track Record gut wachsende Fresenius hat seit Juli bis anfangs August über 15% korrigiert, trotz guten Halbjahreszahlen und einem erwarteten EPS-Wachstum von 17% im laufenden Jahr. Die Aktie ist nun auf Erholungskurs und eignet sich klar als langfristige Anlage. (IHAG/mc/pg)

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