IHAG Quartalsbericht: Konstruktives Umfeld an den Börsen…

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Zürich – Europas Unternehmen scheinen die Kurve gekriegt zu haben. Darauf deuten die unlängst präsentierten Geschäftsergebnisse des vierten Quartals 2016 hin. Während mehrerer Berichtsperioden enttäuschten die hiesigen Unternehmen, die US-Konkurrenten liefen ihnen regelmässig den Rang ab. Nun bieten die Zahlen auf beiden Seiten des Atlantiks Anlass zur Freude.

Gemessen am Stoxx Europe 600 konnten europäische Unternehmen gegenüber dem Vorjahr die Gewinne um 11% und die Umsätze um 3% steigern. Der Anteil positiver Umsatzüberraschungen lag mit gut 60% über dem Durchschnitt (55% seit 2009). Weil Umsätze ein unverfälschteres Bild liefern als Gewinne, entsteht ein solider Gesamteindruck. «An den Börsen dürfte der positive Grundton anhalten», lautete unsere Einschätzung im letzten Quartalsbericht vom Dezember 2016 – wenngleich wir damals nicht von derartigen Avancen ausgingen: SMI +5.3%, DAX 30 +7.3%, CAC 40 +5.4%, Stoxx Europe 600 +5.5%, S&P 500 +5.5%, Dow Jones Global Titans +6.0%.

Weiter schrieben wir: «Auf der Sektorebene scheinen uns zyklische Aktien auf kurze Sicht etwas überkauft, während nichtzyklische sich erholen könnten. Ausnahmen gibt es unter anderem im Technologiesektor, wo wir in unserer Vermögensverwaltung die Gelegenheit für einen Einstieg bei Amazon genutzt haben.» Gemäss den Dow Jones Sector Titans Indices liegen Ende März Technologie (+12.8%, Amazon +18.2%) sowie nichtzyklische Güter und Dienstleistungen (+12.6%) in der globalen Sektorenentwicklung mit deutlichem Abstand an der Spitze. Politische Risiken im Euroraum widerspiegelten sich eher bei Anleihen als bei Aktien. Die Renditen 10-jähriger Eidgenossen und US-Treasuries veränderten sich kaum, hingegen stiegen jene im Euroraum leicht. Vor allem aber erhöhten sich die Renditeaufschläge von Staatsanleihen aus Frankreich oder aus der Peripherie gegenüber den als sicher geltenden deutschen Bunds. Der EUR neigte im Vergleich zum USD leicht zur Stärke. Der CHF verteuerte sich gegenüber dem USD ebenfalls ein wenig und hielt sich zum EUR stabil.

In unserer Vermögensverwaltung haben wir vor Kurzem den Anteil europäischer Aktien erhöht und halten weniger Liquidität. Gleichzeitig trennten wir uns von japanischen Aktien und nahmen stattdessen Schwellenländeraktien in die Portfolios auf. Wir erkennen ein konstruktives Börsenumfeld, aber keine grenzenlose Euphorie. Dazu bräuchte es grössere Mittelzuflüsse und höhere Bewertungen. Unterstützung bietet die sehr gute Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern. Die Einkaufsmanagerindices halten sich seit Monaten auf hohem Niveau und bewegten sich im März überwiegend nochmals nach oben. Wir sehen eine anhaltende Erholung beim Weltwirtschaftswachstum. Alle wichtigen Volkswirtschaften laufen nun synchron und dürften den Unternehmen höhere Gewinne bescheren. Europas Unternehmen haben in der Vergangenheit stärker vom anziehenden Weltwirtschaftswachstum profitiert als diejenigen in anderen Regionen.

Der schwache Euro sorgt (noch) für Rückenwind. Entsprechend sind die Exporte im vierten Quartal 2016 bereits gestiegen. Schwellenländer stufen wir wieder positiver ein, da China sein Wachstum stabilisiert hat. Daran dürfte sich bis Ende 2017 wegen der Neubesetzung des Politbüros nichts ändern: Die Regierung möchte dafür die Wirtschaft in einem stabilen Zustand präsentieren. Seit vergangenem November werden die Schätzungen für Unternehmensgewinne in den Schwellenländern erstmals seit 2012 wieder nach oben revidiert. Während Schwellenländeraktien über Jahre den Aktien entwickelter Märkte hinterherhinkten, sieht es nun nach einer Aufholbewegung aus. Ob harte Wirtschaftsdaten wie die Industrieproduktion letztlich mit den Stimmungsindikatoren mithalten werden, bleibt abzuwarten und sorgt hauptsächlich in den USA für Gesprächsstoff. Den Zentralbanken ermöglicht dies, ihre jetzige Geldpolitik fortzusetzen. Die EZB dürfte bis zum Jahresende an ihrem QE festhalten.

Trotzdem erwarten wir abebbende politische Risiken nach den Wahlen in Frankreich, erneut einsetzende Tapering-Diskussionen und aufgrund dessen kurzfristig steigende Renditen an den Anleihenmärkten im Euroraum und in der Schweiz. Den EUR halten wir für unterbewertet, EUR/USD in drei Monaten: 1.09. (IHAG/mc)

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