Iran-Abkommen schüttelt Ölmärkte durch

Ole Hansen

Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. (Foto: Saxo Bank)

Kopenhagen – „Die Rohstoffpreise sind die zweite Woche in Folge gefallen. Gründe dafür sind der steigende US-Dollar, die abnehmende Gefahr eines Zusammenbruchs in Griechenland und der Abschluss des Atomabkommens mit dem Iran“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Die Stabilisierung des chinesischen Aktienmarktes hätte insbesondere Industriemetalle unterstützt, während andere Sektoren mit Verlusten zu kämpfen hatten. Insgesamt hat der Bloomberg Rohstoffindex in der vergangenen Woche ein Minus von 1,8 Prozent verbucht.

Der Edelmetall-Sektor hat nun vier Wochen in Folge rote Zahlen geschrieben. „Gold ist im Laufe des Juli wie ein Pendel hin und her geschwungen, als Antwort auf die Griechenland-Krise, die Volatilität der chinesischen Aktienmärkte und die Spekulation bezüglich der ersten US-Zinsanhebung“, sagt Hansen. Dennoch bleibe die Saxo Bank bezüglich des gelben Metalls positiv. „Wir rechnen damit, dass Gold nicht unter die Marke von 1.080 US-Dollar pro Barrel fällt und sich bis zum Ende des Jahres wieder stabilisiert“, sagt Hansen.

Iran-Abkommen als weitere Ölquelle
Für die Ölmärkte bedeute das Iran-Abkommen eine weitere Ölquelle, die den ohnehin schon übersättigten Markt überspült. „Die erste Reaktion war ein Verkauf der Sorte WTI bis zur psychologisch wichtigen Marke von 50 USD pro Barrel. Als jedoch klar wurde, dass die Märkte die direkten Auswirkungen des neuen iranischen Öls erst im kommenden Jahr zu spüren bekommen, hat sich die Situation wieder etwas entspannt“, sagt Hansen. Dennoch zeigen weder Saudi-Arabien noch der Irak irgendwelche Absichten, ihre Rekordproduktion zu zügeln, um dem iranischen Öl etwas Raum zu schaffen. „Der Iran wird entschlossen sein, seinen Platz als zweitgrösster Produzent der Opec-Staaten hinter Saudi-Arabien wiederzuerlangen. Dies könnte zu neuen Spannungen innerhalb der Gruppe führen, insbesondere wenn die Fundamentaldaten nicht für eine verstärkte Nachfrage sprechen“, sagt Hansen abschliessend. (Saxo Bank/mc/ps)

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