Japan: Verdichtete Zeichen für erneute Yen-Intervention

Yoshihiko Noda

Japans Finanzminister Yoshihiko Noda.

Tokio – Nach dem Yen-Rekordhoch vom Freitag verdichten sich die Anzeichen für eine abermaliges Einschreiten der japanischen Regierung. «Meine Sorgen über den Währungskurs sind grösser geworden», sagte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda am Montag in Tokio. Er kündigte zudem an, dass Japan notfalls entschieden dagegen vorgehen wird. Der Dollar war zum Yen Ende vergangener Woche auf ein Nachkriegs-Rekordtief von 75,94 Yen gesunken. Nach den Aussagen Nodas gab der Yen etwas nach.

Die japanische Regierung hatte sich bereits Anfang August gegen den Yen-Höhenflug gestemmt und direkt am Devisenmarkt eingegriffen. Die Experten der Credit Suisse gehen davon aus, dass die Regierung bald wieder einschreiten wird. «Der Effekt der verbalen Intervention Nados wird nicht lange anhalten», sagte Credit-Suisse-Analyst Koji Fukaya der Nachrichtenagentur Bloomberg. Angesichts der anhaltenden Stärke des Yen könne die Intervention jederzeit erfolgen.

Mühlstein für Japans Exporte

Der starke Yen liegt wie ein Mühlstein auf der stark von Exporten abhängigen japanischen Wirtschaft, da sie für ihre Produkte im Ausland weniger erlöst oder die Preise erhöhen muss. So sieht zum Beispiel der Autobauer Toyota einen Dollar unter der Marke von 80 Yen als Wachstumsbremse an. Zum Vergleich: Mitte 2007 mussten für einen Dollar noch mehr als 120 Yen gezahlt werden. (awp/mc/ps)

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