JPMorgan trotzt der Schuldenkrise

Jamie Dimon
JPMorgan-CEO Jamie Dimon.

Jamie Dimon, CEO JPMorgan.

New York – Nichts und niemand scheint den guten Lauf der US-Grossbank JPMorgan Chase stoppen zu können: Trotz der Schuldenkrise in Europa und den USA hat es JPMorgan im zweiten Quartal geschafft, den Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf unterm Strich 5,4 Milliarden Dollar hochzuschrauben.

Bankchef Jamie Dimon sprach am Donnerstag von einer «soliden Leistung» in den meisten Geschäftsfeldern. Mit den Zahlen hat JPMorgan wieder einmal bewiesen, warum die Bank der Branchenprimus in den Vereinigten Staaten ist. Die Wall-Street-Grösse übertraf die Erwartungen der Analysten bei weitem. Diese hatten befürchtet, dass das einträgliche Investmentbanking massiv leidet, weil sich Investoren derzeit wegen der überbordenden Staatsschulden von Griechenland bis Irland mit der Anlage ihrer Gelder zurückhalten – den Banken gehen dadurch Gebühren durch die Lappen.

Sorgen über Hypothekengeschäft
Doch JPMorgan scheint die Lage im Griff zu haben: Die Erträge stiegen insgesamt um 7 Prozent auf 27,4 Milliarden Dollar. Sorgenvoll äusserte sich Bankchef Dimon allerdings zum Hypothekengeschäft, denn viele Schuldner können ihre Raten weiterhin nicht zahlen, wenngleich die Verluste bei weitem nicht mehr so hoch sind wie früher. Dimon prophezeite eine Normalisierung über die Zeit. Die Aktie stieg vorbörslich um 2 Prozent. Kein anderes Haus an der Wall Street gilt als derart krisenfest – und auch weltweit gibt es nur eine Handvoll Banken, die sich mit JPMorgan Chase messen können. Selbst in der Finanzkrise schrieb die Grossbank gute Gewinne, während die Konkurrenz vom Staat gestützt werden mussten oder pleite ging. Der Finanzkoloss war sogar stark genug, die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns sowie die zusammengebrochene US-Sparkasse Washington Mutual zu übernehmen.

Vorbilkd für Deutsche Bank
JPMorgan besitzt sowohl ein starkes Standbein im Investmentbanking als auch im Privatkundengeschäft. Damit gilt JPMorgan als Vorbild für die Deutsche Bank . Deren Chef Josef Ackermann hat die Postbank auch deshalb übernommen, um die Abhängigkeit vom risikoreichen Investmentbanking zu reduzieren. Die Deutsche Bank legt ihre Zahlen am 26. Juli vor. (awp/mc/upd/ps)

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