JPMorgan legt guten Jahresstart hin

Jamie Dimon
JPMorgan-CEO Jamie Dimon.

Jamie Dimon, CEO JPMorgan.

New York – Die grösste US-Bank JPMorgan nimmt wieder Fahrt auf. Im ersten Quartal steigerte das Institut seinen Überschuss verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 5,9 Milliarden US-Dollar, wie es am Dienstag in New York mitteilte. Der US-Branchenprimus profitierte vom deutlich anziehenden Handel an den Kapitalmärkten. Vor allem das wichtige Geschäft mit Anleihen zog an und erholte sich von der Schwächephase Ende 2014. Die Erträge wuchsen um vier Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar.

«Unser Konzern wird sicherer und stärker und gewinnt mit der Zeit Marktanteile», sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Das soll sich für die Aktionäre stärker auszahlen. Die Quartalsdividende soll um 4 Cent auf 44 Cent pro Anteilsschein steigen. Mit den Zahlen übertraf JPMorgan die Erwartungen von Analysten. JPMorgan-Aktien legten im vorbörslichen Handel leicht zu.

Rechtskosten im Rahmen
Es war erst das zweite Mal in den vergangenen sieben Quartalen, dass die langjährige Gewinnmaschine der Wall Street positiv überraschte. Zuletzt hatten immer wieder Kosten für die juristische Aufarbeitung von Altlasten auf die Ergebnisse gedrückt. Die Belastungen aus Rechtsrisiken blieben diesmal mit knapp 500 Millionen Dollar im Rahmen. Die Bank wartet derzeit noch auf eine Einigung mit dem US-Justizministerium wegen möglicher Manipulationen von Devisenkursen. Zudem wird wegen der Einstellungspraxis in China gegen das Institut ermittelt.

JPMorgan berichtete von einer «robusten Kundenaktivität» im Handelsgeschäft. Viele Anleger sahen sich zu Jahresbeginn angesichts der insgesamt wieder unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft und der vielerorts immer lockereren Geldpolitik der Notenbanken zu grösseren Veränderungen bei ihren Investments gezwungen. Investmentbanken profitieren davon durch steigende Provisionen. So legten etwa die Einnahmen aus dem Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen auf vergleichbarer Basis um 20 Prozent zu, das Geschäft mit Aktien um 22 Prozent.

Stabiles Privatkundengeschäft
Als stabile Stütze erwies sich erneut das Privatkundengeschäft. Dabei macht sich die gute Lage der US-Wirtschaft bezahlt. Viele Kunden können nun ihre Kredite wieder regelmässiger bedienen. Deshalb muss JPMorgan vergleichsweise wenig Geld in die Risikovorsorge stecken.

Gewinnrückgang bei Grossbank Wells Fargo geringer als erwartet
Die erfolgsverwöhnte US-Grossbank Wells Fargo hat derweil einen leichten Dämpfer erhalten. Der Überschuss schrumpfte im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar, wie das Institut am Dienstag in San Francisco mitteilte. Analysten hatten aber mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Das Geschäft mit Immobilienkrediten lief angesichts der im Laufe des Jahres erwarteten Zinswende der US-Notenbank noch überraschend gut. Viele Hausbesitzer nutzten die noch niedrigen Zinsen, um alte Darlehen abzulösen. Das trieb die Erlöse um drei Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar.

Allerdings macht die zunehmend niedrigere Zinsmarge – das Verhältnis der von der Bank für vergebene Kredite verlangten Zinsen und den Kosten für deren Finanzierung – Wells Fargo dabei stark zu schaffen. Sie sackte erstmals seit den 1990er Jahren unter die Marke von drei Prozent. Zudem blieben die Kosten vergleichsweise hoch. Wells Fargo hatte zuletzt seinen Mitarbeitern höhere Provisionen für die Vermittlung von Krediten versprochen. Damit reagierte das Institut auf die angesichts der erwarteten Zinswende der US-Notenbank begrenzten Wachstumsaussichten. Als Reaktion setzt die Bank inzwischen auch stärker auf Zukäufe. Erst in der vergangenen Woche hatte Wells Fargo die Übernahme eines neun Milliarden Dollar schweren Hypothekenpakets von der Finanzsparte des Mischkonzerns General Electric vereinbart. (awp/mc/pg)

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