JPMorgan steigert Gewinn in Q3 überraschend kräftig

Jamie Dimon
JPMorgan-CEO Jamie Dimon.

Jamie Dimon, CEO JPMorgan

New York   – Die US-Grossbank JPMorgan hat im vergangenen Quartal von der guten Stimmung an den Börsen und der Stabilisierung des US-Immobilienmarktes kräftig profitiert. Der Überschuss legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf 5,71 Milliarden Dollar zu, wie das Institut am Freitag in New York mitteilte.

Damit übertraf  JPMorgan die Erwartungen von Analysten. Vor allem der anziehende Immobilienmarkt sorgte für einen positiven Effekt. Deshalb hob die Bank Rückstellung in Höhe von 900 Millionen Dollar auf.

Die grösste US-Bank profitierte besonders davon, dass die Amerikaner ihre Kredite wieder regelmässiger bedienen. Das Spekulationsdesaster einer Londoner Abteilung, das im ersten Halbjahr zu Milliarden-Belastungen geführt hatte, fiel kaum noch ins Gewicht. Die Aktien der Gesellschaft legten vorbörslich leicht zu.

Häusermarkt über dem Berg

Die Immobilienkrise in den USA, die 2007 voll ausbrach und die Finanzkrise auslöste, erklärte JPMorgan für beendet. «Wir glauben, dass der Häusermarkt über den Berg ist», sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Das Unternehmen traute sich deshalb zu, Rückstellungen für faule Kredite in Höhe von 900 Millionen Dollar aufzulösen. Viele Hausbesitzer nutzen derzeit das günstige Zinsniveau und staatliche Hilfen zum Umschulden. Zugleich legte JPMorgan aber auch weitere 684 Millionen Dollar für die Beilegung von Prozessen wegen krummer Hypothekengeschäfte zurück.

Nur noch «moderate» Belastungen entstanden der Bank nach eigenen Angaben im dritten Quartal beim Aufräumen des Londoner Spekulationsdesasters. Einen konkreten Betrag nannte JPMorgan nicht. Im ersten Halbjahr war durch die fehlgeschlagenen Finanzwetten ein Schaden von 5,8 Milliarden Dollar entstanden. Die Bank hat die dafür verantwortliche Sparte geschlossen und die Manager entlassen. Der Schock über den Fall war besonders gross, weil JPMorgan bis dahin als Hort der Stabilität galt. Die Bank hatte die Finanzkrise fast schadlos überstanden.

Investmentbanking stabil

Stabil hielt sich das Investmentbanking. Es machte auch die Belastung aus der Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten von 211 Millionen Dollar locker wett. Dabei handelt es sich um einen reinen Bilanzierungseffekt, der das Ergebnis in schlechteren Zeiten für die Bank schönt, in besseren Zeiten wie im dritten Quartal aber belastet. Es geht um die Risikoaufschläge, die Banken für neu aufgenommenes Geld zahlen müssen.

JPMorgan ist die erste US-Grossbank, die ihre Zwischenbilanz veröffentlicht hat. Wegen seiner breiten Aufstellung gilt das Institut als Barometer für die gesamte Branche

(awp/mc/cs)

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.