Julius Bär profitiert zu Jahresbeginn von positiven Märkten

Bernhard Hodler
Bernhard Hodler, CEO Julius Bär. (Foto: Julius Bär)

Zürich – Die Privatbanken-Gruppe Julius Bär hat in den ersten vier Monaten 2019 von der guten Entwicklung der Finanzmärkte profitiert und die verwalteten Vermögen auf einen neuen Rekordstand gesteigert. Die Neugeldzuflüsse blieben zum Jahresbeginn allerdings klar unter den eigenen Zielsetzungen.

Die von Julius Bär verwalteten Vermögen kletterten per Ende April auf 427 Milliarden Franken gegenüber 382 Milliarden per Ende 2018, wie der Vermögensverwalter am Freitag mitteilte. Massgebend dafür war die „ausgeprägt positive Marktentwicklung“ seit Jahresbeginn sowie Währungseffekte.

Erstmals war zudem der mexikanische Vermögensverwalter NSC Asesores in den Zahlen enthalten, an dem Julius Bär den Anteil im März auf 70 von 30 Prozent aufgestockt hatte.

Verhaltener Jahresbeginn
Die Netto-Neugeldzuflüsse beliefen sich auf das Jahr hochgerechnet auf 3 Prozent der Kundenvermögen, womit sie allerdings klar unter dem eigenen Ziel von 4 bis 6 Prozent lagen. Nach einem verhaltenen Jahresbeginn hätten sich die Zuflüsse zum Ende der Berichtsperiode beschleunigt, so Bär.

Spuren hinterliessen auch allerdings auch einige Abgänge von „risikoreichen Kunden“. Julius Bär leuchtet derzeit im Rahmen ihres „Projekt Atlas“ ihre Kundendossiers durch. Gemäss einem nicht bestätigten Bericht der „Handelszeitung“ vom Donnerstag hat sich Bär in dem Prozess von heiklen Kundengeldern in Höhe von rund 2 Milliarden Franken getrennt.

Wieder mehr Kundenaktivität
Die verbesserten Finanzmärkte führten in den ersten Monaten des Jahres auch wieder zu etwas mehr Aktivitäten der Kunden als noch im gedrückten zweiten Halbjahr 2018. Die Bank erwirtschaftete in den ersten vier Monaten 2019 auf den Kundenvermögen eine Bruttomarge von 82 Basispunkten (BP), was allerdings noch weit entfernt vom Vorjahreswert (93 BP) war.

Ein etwas schwächeres Kostenwachstum führte zudem zu einer leichten Verbesserung des Kosten-Ertrags-Verhältnisses gegenüber den Werten des zweiten Halbjahrs 2018. Mit einem Wert von „unter 73 Prozent“ verfehlte die Bank allerdings die eigene Zielsetzung von „unter 68%“ allerdings noch recht deutlich.

Kostensenkungen auf Kurs
Das im Februar angekündigte Kostensenkungsprogramm, das eine Reduktion des Personalbestands um rund 130 Stellen vorsieht, führte zunächst zu Belastungen in Höhe von 11 Millionen Franken. Diese sind ein Teil der gesamten „einmaligen Abfindungskosten“ von rund 17 Millionen im 2019.

Die Umsetzung des Programms, das eine Nettoreduktion des Personalbestands um 2 Prozent oder rund 130 Stellen bis Ende 2019 beinhaltet, habe begonnen und sei „auf Kurs“, schreibt Julius Bär. Die Einsparungen sollen in den Ergebnissen für das zweite Halbjahr 2019 sichtbar werden und 2020 ihre volle Wirkung entfalten.

Nachfolge-Spekulationen
Derweil reissen in den Medien die Spekulationen um die Nachfolge des derzeitigen Bär-CEO Bernhard Hodler nicht ab. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg soll nun im dritten Quartal ein neuer Bär-Chef ernannt werden. Ein Sprecher der Bank bestätigte am Freitag, dass die Suche nach einem Nachfolger für Hodler unter Einbezug von externen „Headhuntern“ läuft. Einen Zeithorizont wollte er aber nicht nennen.

In den Medien gilt weiterhin der derzeitige Credit Suisse-Vermögensverwaltungschef Iqbal Khan als einer der Favoriten auf den CEO-Posten, von den internen Kandidaten ist laut „Bloomberg“ Yves Robert-Charrue der Favorit.

Hodler war im November 2017 nach dem kurzfristigen Abgang von Boris Collardi zum CEO ernannt worden. Gemäss der „Handelszeitung“ vom Donnerstag hatte der 58-jährige Hodler ursprünglich in den Verwaltungsrat wechseln wollen.

Am Aktienmarkt sind die Bär-Zahlen am Freitag negativ aufgenommen worden. In einem positiven Gesamtmarkt gaben die Bär-Aktien 1,3 Prozent nach. (awp/mc/pg)

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