Julius Bär wegen Emissionsrechte-Handel im Visier der französischen Justiz

Julius Bär

Zürich – Die französischen Justizbehörden haben vergangen Juni Anklage gegen die Privatbank Julius Bär erhoben. Das Institut stecke mutmasslich in einem riesigen Mehrwertsteuerbetrug auf dem Markt für Emissionsrechte von Kohlendioxid (CO2) drin, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf informierte Quellen. Konkret werde Julius Bär der Geldwäsche verdächtigt, heisst es weiter.

Die Bank werde verdächtigt, aus diesem Betrug erschwindelte Gelder ohne die erforderlichen Kontrollen angenommen zu haben. Dabei hätten die Anzeichen auf die zweifelhafte Herkunft der Mittel und auf das beanstandete Konto aufmerksam machen können, zitiert AFP seine Quelle.

Von AFP befragt, teilte die Bank mit, sie kooperiere mit den französischen Behörden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, um die Situation zu klären und um seine Interessen zu schützen.

Bislang keine formelle Anklage erhoben
Die gegen Julius Bär erhobene „mise en examen“ kann von einem Untersuchungsrichter gegen einen Verdächtigen erhoben werden, wenn Hinweise auf eine Teilnahme an einer Straftat existieren. Es ist noch nicht die formelle Anklage – die „mise en accusation“.

Im Zusammenhang mit dem EU-Emissionshandel kam es in früheren Jahren zu so Betrügereien im grossen Stil. Emissionsrechte wurden mehrfach über EU-Landesgrenzen hinweg verkauft und die dabei anfallende Mehrwertsteuer unrechtmässig von den Steuerbehörden an die Händler erstattet. Den EU-Staaten sind Schäden in Milliardenhöhe entstanden. (awp/mc/ps)

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