Julius Bär leitet neue Sparrunde ein

Boris Collardi

Julius-Bär-CEO Boris Collardi.

Zürich – Die Bank Julius Bär leitet eine neue Sparrunde ein. Im Rahmen des bereits anlässlich der Halbjahreszahlen angekündigten dritten Sparprogramms im laufenden Jahr komme es zu einem Personalabbau im Rahmen der natürlichen Fluktuation, indem Abgänge nicht ersetzt würden, sagte Julius Bär-Sprecher Jan Vonder Muehll gegenüber der AWP zu einem Artikel in der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Freitag.

Die Höhe des Stellenabbaus lasse sich allerdings nicht beziffern, präzisierte der Bankensprecher. Die Personalfluktuation liege bei rund 10%, dies bei einem Personalbestand von rund 3’500 Mitarbeitenden. Die «NZZ» hatte von einem Abbau von 150 Stellen gesprochen: Es sei möglich, dass über das gesamte Semester diese Zahl herauskomme, so Vonder Muehll. Zudem gelte der Einstellungsstopp nicht absolut, wichtige Stellen würden auch weiterhin neu besetzt.

Mitarbeitende in allen Regionen betroffen
Ziel der Bank sei nicht der Stellenabbau an sich, sondern die Kostensenkungen, sagte der Sprecher. Über die Höhe des Einsparungsziel wollte er allerdings nichts sagen. Die «NZZ» schätzt die Einsparungen auf eine Summe mindestens im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Betroffen seien Mitarbeitende in allen Regionen wie auch in allen Abteilungen, sagte der Sprecher weiter. Keinen direkten Bezug zum Sparprogramm hat gemäss dem Sprecher dagegen die traditionellen Überprüfung zur Zielerreichung im Herbst. Dabei könne es auch dazu kommen, dass sich die Bank von Mitarbeitenden trennen, welche die Ziele verfehlt haben.

Bereits zwei Kostenrunden in 2011
Im laufenden Jahr hatte Julius Bär bereits zwei Kostenrunden eingeleitet. Diese hatten im ersten Semester zu einem Rückgang der Sachausgaben geführt, während sich die Personalausgaben aufgrund von Neueinstellungen weiter erhöht hatten. Die Cost/Income Ratio verschlechterte sich im Halbjahr auf 67,6% nach 63,4% in der Vorjahresperiode. CEO Boris Collardi hatte bei der Präsentationen des Semesterergebnisses weitere Einsparungen beim Personal angekündigt, wobei vor allem Supportfunktionen abgebaut würden, wie er damals sagte. (awp/mc/upd/ps)

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