Kevin Warsh: Bin «keine Marionette» von Trump
Washington – Der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kandidat als Präsident der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, will die Unabhängigkeit der Notenbank wahren. Im Rahmen einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats sagte Warsh am Dienstagabend, er sei «keine Marionette von Präsident Donald Trump».
Allerdings machte Warsh deutlich, dass er eine Reihe von Änderungen in der Entscheidungsfindung der US-Zentralbank als notwendig erachte, darunter auch einen neuen Rahmen für den Umgang mit der anhaltend hohen Inflation. Zudem sieht er eine neue Art der Kommunikation mit der Öffentlichkeit als notwendig an. Konkrete Details nannte Warsh jedoch kaum und wich Fragen zur kurzfristigen Zinsentwicklung aus.
Er betonte ausserdem, der Präsident habe ihn nie aufgefordert, sich auf eine bestimmte Zinsentscheidung festzulegen. «Der Präsident hat mich für diese Position nominiert, und ich werde unabhängig handeln, sollte ich als Vorsitzender der Federal Reserve bestätigt werden», sagte Warsh auf Fragen von Abgeordneten der Demokraten zu seinem Umgang mit dem Druck Trumps.
Der 56-jährige Warsh soll Mitte Mai die Nachfolge von Jerome Powell antreten. Vor der Anhörung reichte Warsh die erforderlichen Vermögensangaben ein. Daraus geht hervor, dass er über ein Vermögen von 130 Mio. Dollar verfügt. Sein tatsächliches Vermögen dürfte allerdings viel höher sein – zumindest wenn man das Vermögen seiner Frau Jane Lauder dazurechnet. Sie ist eine Erbin aus dem Kosmetikimperium Estée Lauder. Ihr Vermögen wird auf rund 1,9 Mrd. Dollar geschätzt. (awp/mc/pg)