Klingelnberg geht bei Börsengang die Luft aus

Klingelnberg geht bei Börsengang die Luft aus
(Foto: klingelnberg.com)

Zürich – Die Schweizer Börse hat am Mittwoch Zuwachs erhalten. Nach einem gelungenen Start aufs Parkett ist den Klingelnberg-Aktien im Verlauf des ersten Handelstags jedoch die Luft ausgegangen.

Am Morgen hatte der Maschinenbauer den Ausgabepreis bei 53 Franken am oberen Ende der Zeichnungsspanne festgelegt. Der erste Kurs lag mit 54 Franken dann leicht darüber. Im weiteren Verlauf kamen die Papiere aber etwas zurück und gingen mit 52,50 Franken sogar leicht unter dem Ausgabepreis aus dem Handel.

Klingelnberg war das sechste Unternehmen, das in diesem Jahr den Gang an die Schweizer Börse gewagt hat. Zuletzt hatte das Biopharmaunternehmen Polyphor den Schritt gewagt, nachdem Asmallworld, Medartis, Sensirion und Ceva Logistics es bereits zuvor getan hatten. Doch damit nicht genug, stecken noch weitere Unternehmen in den Startlöchern. Allen voran das Luxusgüterunternehmen Lalique, das bereits am 25. Juni von der Berner Börse BX an die SIX wechseln und eine Kapitalerhöhung durchführen will. Zudem kündigte Oerlikon vergangene Woche an, das Segment Drive Systems unter dem Namen GrazianoFairfield an die Börse bringen zu wollen. Der Gang an die SIX Swiss Exchange soll abhängig von den Bedingungen am Kapitalmarkt im dritten Quartal erfolgen.

Klingelnberg ist mit dem etwas holprigen Kursverlauf nicht alleine. Auch Neulinge wie Polyphor und Ceva Logistics hatten zum Teil einen schwierigen Start.

Wert von 477 Mio Franken
Insgesamt hat der Maschinenbauer mit dem Börsengang ein Platzierungsvolumen von 241 Millionen Franken erzielt. Die Marktkapitalisierung beziffert die Börsenbetreiberin SIX in einer Medienmitteilung auf 477 Millionen Franken. Dabei wurde der erste Kurs der Aktien zugrunde gelegt. Die federführenden Banken haben zudem eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 461’845 bestehende Aktien eingeräumt, die bis zum 20. Juli 2018 ausgeübt werden kann. Nach Ausübung der Option wird der Streubesitz bei 56,6 Prozent liegen.

Wie Klingelnberg am Morgen selbst hervorgehoben hatte, war das Interesse der Investoren gross. So sei das Angebot während der Bookbuilding-Phase mehrfach überzeichnet gewesen. Bereits vor gut einer Woche hatten die mit der Transaktion beauftragten Banken mitgeteilt, dass die Bücher sowie die Mehrzuteilungsoption gedeckt waren.

Auch im Handel verwiesen Börsianer an diesem Tag auf die starke Nachfrage im Vorfeld. Die sei der Grund gewesen, dass eine sehr konzentrierte Zuteilung an ausgewählte Kunden stattgefunden habe, die wiederum nicht sofort abgabebereit seien. Darunter dürften auch grosse «Long-Only-Fonds» zu finden sein, so ein Händler.

Mittel sollen in Wachstum fliessen
Klingelnberg selbst fliessen durch den Gang an die Börse brutto etwa 20 Millionen Euro zu. Wie Klingelnberg Ende Mai bei der Vorstellung seiner Börsenpläne erklärt hatte, soll der Börsengang es dem Unternehmen ermöglichen, das ganze Wachstumspotenzial auszuschöpfen.

So begründete CEO Jan Klingelnberg den Schritt. Dabei denkt der Firmenchef sowohl an organisches Wachstum, als auch an Übernahmen. Konkret sind seine Ziele die Ausweitung der Marktanteile, die Erschliessung neuer Endmärkte sowie die Stärkung des Wartungsgeschäfts. (awp/mc/pg)

Klingelnberg
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