UBS-Chef Sergio Ermotti soll 2021 Präsident von Swiss Re werden

UBS-Chef Sergio Ermotti soll 2021 Präsident von Swiss Re werden
Sergio Ermotti, CEO UBS. (Foto: UBS)

Zürich – UBS-Chef Sergio Ermotti startet eine neue Karriere. Er wird an der nächsten Generalversammlung für den Verwaltungsrat von Swiss Re vorgeschlagen und soll 2021 dann Walter Kielholz als Präsident ablösen. Damit dürfte zugleich die Bankkarriere von Ermotti beendet sein.

Ermotti werde als neues nicht-exekutives und unabhängiges Mitglied des Gremiums für eine einjährige Amtsdauer an der kommenden Generalversammlung vom 17. April vorschlagen und dann 2021 als Nachfolger von Kielholz nominiert, teilte der Rückversicherer am Dienstag mit. Ermotti hatte bekanntlich vor knapp zwei Wochen seinen Rücktritt bei der UBS auf Ende Oktober dieses Jahres bekannt gegeben.

In verschiedenen Medien war danach spekuliert worden, er werde wohl nach einer sogenannten Cooling-off-Periode 2022 den UBS-Präsidenten Axel Weber ablösen. Diese Diskussion dürfte nun aber beendet sein: „Ein Mandat als Präsident von Swiss Re ist exklusiv“, erklärte Kielholz an einer Telefonkonferenz. Ein weiteres Präsidium für Ermotti sei ausgeschlossen.

Guter Zeitpunkt für Wachablösung
Zum seinem Rücktritts sagte Kielholz, der 2021 70 Jahre alt wird, der Schritt sei lange vorbereitet. „Es ist eine Gewohnheit bei Swiss Re, mit 70 Jahren in den Ruhestand zu gehen.“ Druck seitens Aktionären oder Aktionärsberatern habe es nicht gegeben. Kielholz ist seit 2009 Präsident des Verwaltungsrats von Swiss Re und seit 1998 Mitglied des Aufsichtsgremiums.

Der Zeitpunkt sei zudem „nicht so schlecht“, weil sich der Rückversicherer reorganisiert und den Verwaltungsrat mit neuen Mitgliedern verstärkt habe. Der Prozess sei schon vor einem Jahr mit der Schaffung eines Nominationskomitees gestartet worden. Dabei habe man auch bereits früh der Kontakt zu Sergio Ermotti gesucht.

„Idealer Kandidat“
Ermotti bringe als ausgewiesener Finanzfachmann die notwendigen Kenntnisse und ein sehr gutes internationales Netzwerk mit und kenne den Umgang mit den Regulatoren. Ausserdem unterscheide sich das Versicherungsgeschäft nicht wesentlich von dem der Banken. „Wir beide allozieren Kapital und machen Risikoabwägungen, wo wir das Kapital der Aktionäre investieren wollen“, sagte Kielholz.

Auch die Herausforderungen, denen sich eine Versicherung stellen müsse, seien ähnlich, sagte Kielholz und erwähnte dabei den Klimawandel, das Tiefzinsumfeld, die regulatorischen Hürden oder die Digitalisierung. Ermotti werde einer der am besten vorbereiteten Präsidenten sein, den Swiss Re je gehabt habe, sagte Kielholz.

Zu den Bezügen, mit denen Ermotti rechnen kann, sagte Kielholz, diese würden dann kommuniziert, wenn sie der Generalversammlung zur Zustimmung vorgelegt werden. Zunächst werde er die normale Kompensation für einfache Mitglieder erhalten, sagte Kielholz.

Ermotti ist seit 2011 Konzernchef der UBS und ist damit einer der am längsten amtierenden Banken-CEOs in der Schweizer Geschichte. Er hat die Grossbank in seiner Amtszeit radikal umgebaut und zu einem weltweit führenden Vermögensverwalter gemacht. Er wird von Ralph Hamers als Konzernleiter abgelöst, der von der niederländischen ING Group kommt. (awp/mc/ps)

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