Leicht rückläufiger Konzerngewinn bei der LUKB

Daniel Salzmann
Daniel Salzmann, CEO Luzerner Kantonalbank. (Foto: LUKB)

Daniel Salzmann, CEO der Luzerner Kantonalbank. (Foto: LUKB)

Luzern – Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) hat im ersten Quartal 2015 die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zu spüren bekommen und weist unter dem Strich einen leichten Gewinnrückgang aus. Dank Massnahmen zur Kompensation von Mindererträgen aus dem Zinsengeschäft rechnet das Institut aber dennoch mit einem Gewinn 2015 auf Vorjahreshöhe.

Insgesamt erwirtschaftete die LUKB in den ersten drei Monaten einen Geschäftserfolg von 53,9 Mio CHF (-1,4%). Unter dem Strich resultierte ein Rückgang des Konzerngewinns um 2,1% auf 46,1 Mio CHF, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Keinen Einfluss auf das Ergebnis hatte der Einmalgewinn von 14,4 Mio CHF aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung an die ZKB – der Betrag wurde in vollem Umfang einer zweckbestimmten Reserve für allgemeine Bankrisiken zugewiesen. Mit dieser Reserve will die LUKB «einen Teil der Projekte im Rahmen ihrer Strategie für die Jahre 2016 bis 2020» finanzieren.

Keine Negativzinsen für Kunden
Im wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, resultierte ein um 3,4% tieferer Erfolg von 76,3 Mio CHF. Das deutlich reduzierte Zinsniveau belaste die Ertragslage zum einen durch höhere Absicherungskosten, zum andern auch durch den Umstand, dass die LUKB im Kundengeschäft bisher weitgehend auf die Verrechnung von Negativzinsen verzichte, so das Institut. Steigern konnte die LUKB dagegen den Kommissionserfolg (+3,0% auf 22,0 Mio). Der Handelserfolg verdoppelte sich sogar auf einen Wert von 11,3 Mio CHF – hier profitierte die Kantonalbank von der hohen Volatilität am Devisenmarkt seit der Aufhebung der Euro-Untergrenze.

Der Geschäftsaufwand blieb mit einem leichten Plus von 0,4% auf 52,3 Mio CHF praktisch stabil – einem leichten Anstieg beim Personalaufwand stand ein rückläufiger Sachaufwand gegenüber. Die Cost-Income Ratio verbesserte sich insgesamt leicht auf 45,4%, nachdem die Kennziffer im Gesamtjahr 2014 noch bei 45,5% gelegen war.

Der Gewinnrückgang kommt nicht unerwartet: Die Analysten der ZKB hatten im Vorfeld einen noch deutlicheren Gewinnrückgang auf noch 44 Mio CHF prognostiziert.

Höherer Geldzufluss
Die Bilanzsumme der LUKB erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2014 stark um 11,2% auf 32,5 Mrd CHF, was laut Mitteilung mit dem nach der Aufhebung des Mindestkurses veränderten Marktumfeld zusammenhängt. Insbesondere vervierfachten sich die flüssigen Mittel der Bank. Die Kundenausleihungen stiegen insgesamt um 1,0% auf 24,5 Mrd CHF, wobei die Hypothekarforderungen (+1,2% auf 21,3 Mrd CHF) etwas schneller anstiegen.

Der Kantonalbank flossen von Januar bis März Nettoneugelder im Umfang von 253 Mio CHF zu gegenüber 139 Mio CHF vor Jahresfrist. Die gesamten Kundenvermögen nahmen damit auf 26,4 Mrd CHF zu, nachdem sie Ende Dezember 2014 noch 26,1 Mrd CHF betragen hatten.

Dank der Emission einer ewig laufenden Tier-1-Anleihe im Umfang von 130 Mio CHF konnte die LUKB ihre Gesamtkapitalquote auf 15,8% Ende 2014 15,3%) verbessern.

Gewinn 2015 halten
Mit den Quartalszahlen hat die LUKB den Zwischenabschluss bereits auf Basis der neuen Rechnungslegungsvorschriften für Banken erstellt – womit sie auf die Übergangsphase bis 30. September 2015 verzichtet. Im Rahmen eines Restatements hat die Bank die bisherige Pauschalwertberichtigung von 99,5 Mio CHF zugunsten einer zweckbestimmten Reserve für allgemeine Bankrisiken aufgelöst. Diese Reserve verfolge primär den Zweck, einen wesentlichen Teil der Ertragseinbussen bzw. Kostensteigerungen des SNB-Entscheids vom 15. Januar 2015 zu finanzieren.

Zusammen mit ebenfalls eingeleiteten Kostenreduktionen geht die LUKB davon aus, dass sie die Folgen des SNB-Entscheids «weitgehend kompensieren» kann. Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet die Bank einen Jahresgewinn ungefähr im Rahmen des Vorjahres (181,8 Mio CHF nach Umstellung auf neue Rechnungslegungsvorschriften). (awp/mc/pg)

LUKB

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