LLB-Gruppe steigert Halbjahresergebnis auf 44,2 Mio CHF

LLB-Gruppe steigert Halbjahresergebnis auf 44,2 Mio CHF
Roland Matt, CEO LLB Liechtensteinische Landesbank

LLB-CEO Roland Matt.

Vaduz – Die LLB-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2015 ihre operative Leistung weiter gesteigert. Das Konzernergebnis stieg um 9.2 Prozent auf CHF 44.2 Mio. Mit der Umsetzung der Strategie Focus2015 hat die LLB ein solides Fundament für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft geschaffen. Effizienz und Profitabilität wurden markant erhöht, Kosten und Komplexität erheblich reduziert, wie es in einer Mitteilung des Instituts vom Donnerstag heisst.

«Ende 2015 wird unsere Neupositionierung durchgeführt sein. Die Strukturbereinigung ist abgeschlossen, Kosten und Komplexität sind in erheblichem Mass reduziert, Effizienz und Profitabilität haben sich markant erhöht», fasst Group CEO Roland Matt zusammen. «In einer aussergewöhnlichen Tiefzinssituation konnten wir die operative Leistung erneut verbessern und eine erfreuliche Gewinnsteigerung erzielen.»

Verkauf swisspartners
Mit dem Verkauf der swisspartners Gruppe hat die LLB-Gruppe einen wichtigen Meilenstein bei der Umsetzung von Focus2015 gesetzt. Die Konzentration auf das Kerngeschäft, die seit 2012 Schritt für Schritt vorangetrieben wurde, ist damit vollzogen. Mit dem Verkauf reduzierten sich die Kundenvermögen um CHF 3.3 Mia. und die Bilanzsumme um CHF 1.3 Mia. Der Verkauf beeinflusste das Halbjahresergebnis 2015 mit CHF 9.2 Mio. positiv.

Gute operative Leistung
Das Konzernergebnis der LLB-Gruppe erhöhte sich im ersten Halbjahr 2015 auf CHF 44.2 Mio. und lag somit um 9.2 Prozent über dem Vorjahr (1. Semester 2014: CHF 40.4 Mio.).

Der Geschäftsertrag nahm in der Berichtsperiode um 8.0 Prozent ab und belief sich auf CHF 156.5 Mio. (1. Semester 2014: CHF 170.1 Mio.). Auf vergleichbarer Vorjahresbasis – das heisst die Vorjahreswerte bereinigt um die veräusserte swisspartners Gruppe – nahm der Geschäftsertrag um 1.9 Prozent zu.

Robuste Erträge im Kundengeschäft
Der Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, die Euro-Untergrenze aufzuheben sowie Negativzinsen einzuführen, wirkte sich erwartungsgemäss negativ auf das Zinsengeschäft aus. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft vor Wertberichtigungen für Kreditrisiken ging um 5.7 Prozent auf CHF 64.9 Mio. (1. Semester 2014: CHF 68.8 Mio.) zurück, eine Folge höherer Zinsabsicherungskosten. Die Zinserträge im Kundengeschäft blieben mit CHF 68.5 Mio. stabil. Der Verkauf der swisspartners Gruppe liess den Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft um 18.6 Prozent auf CHF 75.5 Mio (1. Semester 2014: CHF 92.8 Mio.) sinken. Auf vergleichbarer Vorjahresbasis zeigt sich der Erfolg dank einer intensiven Marktbearbeitung stabil.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft stieg deutlich auf CHF 11.1 Mio. (1. Semester 2014: minus CHF 19.3 Mio.). Der Kundenhandel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen nahm um 48.2 Prozent auf CHF 21.6 Mio. zu. Hier profitierte die LLB-Gruppe von hohen Devisenumsätzen, vor allem bedingt durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Wie schon im Vorjahr führten die rückläufigen Zinsen zu stichtagsbezogenen, nicht realisierten Buchverlusten der Zinsabsicherungsinstrumente von CHF 10.5 Mio. Der Erfolg aus Finanzanlagen zum Fair Value lag bei minus CHF 2.1 Mio. (1. Semester 2014: plus CHF 20.1 Mio.).

Kostenziel wird erreicht
Die LLB-Gruppe hat ihr striktes Kostenmanagement konsequent fortgesetzt. Der Geschäftsaufwand reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 15.7 Prozent auf CHF 109.1 Mio. Auf vergleichbarer Basis liegt der Rückgang bei 8.1 Prozent. Der Personalaufwand sank auf CHF 64.3 Mio. (1. Semester 2014: CHF 80.0 Mio.). Per 30. Juni 2015 verzeichnete die LLB-Gruppe 812 Vollzeitstellen (31. Dezember 2014: 893). Der Sachaufwand betrug CHF 30.5 Mio. (1. Semester 2014: CHF 33.7 Mio.). Damit wird die LLB-Gruppe das im Rahmen von Focus2015 gesetzte Kostenziel eines Geschäftsaufwands von CHF 240 Mio. unterschreiten.

Die Cost-Income-Ratio betrug 73.8 Prozent (1. Semester 2014: 78.2 %), bereinigt um Markteffekte (Zinssatzswaps und Kurserfolge) lag sie bei 64.6 Prozent (1. Semester 2014: 65.7 %).

Neugeld-Zufluss in den strategischen Wachstumsmärkten
Die Kundenvermögen der LLB-Gruppe betrugen per 30. Juni 2015 CHF 45.0 Mia. (31. Dezember 2014: CHF 50.2 Mia.). Der Rückgang ist auf den Verkauf der swisspartners Gruppe (minus CHF 3.3 Mia.) sowie Währungseffekte (minus CHF 2.1 Mia.) zurückzuführen.

In den strategischen Wachstumsmärkten Zentral- und Osteuropa sowie Mittlerer Osten verzeichnete die LLB-Gruppe Neugeld-Zuflüsse in Höhe von CHF 95 Mio. In den Onshore-Märkten überlagerten einzelne grössere Abflüsse bei Depotbankfonds die Zuflüsse bei Privat- und Firmenkunden. In den traditionellen grenzüberschreitenden Märkten flossen wie erwartet Vermögen ab, wobei sich diese Entwicklung verlangsamt hat. Insgesamt resultierte für das erste Halbjahr 2015 ein Netto-Neugeld-Abfluss von CHF 166 Mio. (1. Semester 2014: Abfluss von CHF 651 Mio.).

Die Hypothekarforderungen stiegen um 0.6 Prozent auf CHF 9.4 Mia. (31. Dezember 2014: CHF 9.3 Mia.). Insgesamt blieben die Kundenausleihungen stabil bei CHF 10.7 Mia. (31. Dezember 2014: CHF 10.7 Mia.).

Starke Eigenkapitalbasis
Die konsolidierte Bilanzsumme belief sich per 30. Juni 2015 auf CHF 19.5 Mia. (31. Dezember 2014: CHF 20.8 Mia.). Der Rückgang von 6.1 Prozent ist bedingt durch die Dekonsolidierung der swisspartners Gruppe. Die LLB-Gruppe verfügt mit einem Eigenkapital von CHF 1.7 Mia. über eine hohe finanzielle Stabilität und Sicherheit. Die Tier 1 Ratio lag bei 20.0 Prozent (31. Dezember 2014: 18.3 %). Für die Zunahme waren neben dem Verkauf der swisspartners Gruppe der Rückgang der Forderungen gegenüber Banken sowie die neuen Anforderungen nach CRD IV / Basel III ausschlaggebend. Die Rendite auf dem Eigenkapital, das den Aktionären der LLB zusteht, erhöhte sich auf 5.2 Prozent (1. Semester 2014: 4.7 %).

Sukzessive Reduktion der Volatilität in der Erfolgsrechnung
Bei der LLB führt die Verbuchung der Marktwertveränderungen der Zinsabsicherungsinstrumente und der Finanzanlagen unter IFRS zu grossen Schwankungen in der Erfolgsrechnung. Um die Volatilität kontinuierlich zu verringern und die operative Leistungsfähigkeit transparenter zu machen, setzt die LLB-Gruppe zwei Massnahmen um. Zum einen werden neue Zinssatzswaps als Hedge Accounting verbucht. Zum anderen werden Wertveränderungen von neuen Finanzanlagen im Obligationenportfolio künftig über das Eigenkapital bilanziert.

Ausblick
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die LLB-Gruppe, vorausgesetzt Marktzinsen und Währungen bleiben bis Ende 2015 konstant, mit einem Konzerngewinn auf Vorjahresniveau.

Strategie 2020
«Die Neupositionierung der LLB-Gruppe mit Focus2015 wird in vier Monaten abgeschlossen sein. Zurzeit arbeiten wir an der Planung der Strategie 2020 und somit an der strategischen Positionierung für die nächsten fünf Jahre. Wir sind auf Kurs, diese nächste Phase aus einer Position der Stärke anzugehen und den neu gewonnenen strategischen Gestaltungsspielraum zu nutzen,» sagt Roland Matt, CEO der LLB-Gruppe. » Wir gehen davon aus, bis zum Investorentag der LLB-Gruppe vom 29. September über die strategische Positionierung der nächsten fünf Jahre und auch über die neuen Finanzziele informieren zu können.» (LLB/mc/ps)

Über LLB
Die Liechtensteinische Landesbank AG (LLB) ist das traditionsreichste Finanzinstitut im Fürstentum Liechtenstein. Mehrheitsaktionär ist das Land Liechtenstein. Die Aktien sind an der SIX Swiss Exchange kotiert (Symbol: LLB). Die LLB-Gruppe bietet ihren Kunden umfassende Dienst­leistungen im Wealth Management an: als Universalbank, im Private Banking, Asset Management sowie bei Fund Services. Mit 812 Mitarbeitenden (in Vollzeitstellen) ist sie in Liechtenstein, in der Schweiz, in Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten (Abu Dhabi und Dubai) präsent. Per 30. Juni 2015 lag das Geschäftsvolumen der LLB-Gruppe bei CHF 55.7 Mia.

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