Lloyds tief in den roten Zahlen

Antonio Horta-Osorio
Lloyds-CEO Antonio Horta-Osorio.

Lloyds-CEO Antonio Horta-Osorio.

London – Die britische Grossbank Lloyds ist im vergangenen Jahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust vervielfachte sich von 320 Millionen auf 2,8 Milliarden Pfund, wie das Institut am Freitag in London mitteilte. Damit verfehlte es die Erwartungen von Analysten. Der Bank setzten vor allem Milliarden-Belastungen für die Falschberatung von Kunden mit Kreditausfallversicherungen zu. Zudem belasteten die schwächelnden britische Wirtschaft und Schwankungen im Versicherungsgeschäft.

Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftslage rechnet Vorstandschef Antonio Horta-Osorio in diesem Jahr mit schwächeren Erträgen als 2011. Der Manager ist seit Jahresbeginn wieder im Dienst, nachdem er zuvor zwei Monate wegen Burnouts ausser Gefecht war. Er will auf einen Bonus für das vergangene Jahr verzichten. Auch die Aktionäre gehen leer aus. Lloyds durfte wegen der erhaltenen Staatshilfe in der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite bislang keine Dividenden zahlen. Wann es wieder eine Ausschüttung geben soll, liess das Institut offen.

Lloyds holt ausbezahlte Boni zurück
Die Bank will sich zudem von Horta-Osorios Vorgänger Eric Daniels und weiteren Top-Managern Boni im Wert von rund zwei Millionen Pfund zurückholen, wie zu Wochenbeginn bekannt wurde. Grund ist das Verhalten des Managements im Umgang mit Kreditausfallversicherungen. Diese zusätzlichen Versicherungen waren Kreditnehmern nach Darstellung von Verbraucherschützern aufgedrängt worden, obwohl sie nicht unbedingt notwendig gewesen seien. Lloyds erwartet dafür erhebliche Strafen und Entschädigungen. Die Bank hatte Rückstellungen in Höhe von 3,2 Milliarden Pfund gebildet.

Hartes Sparprogramm
Die seit der Finanzkrise zu 41 Prozent verstaatlichte Bank durchläuft ein hartes Sparprogramm. In den vergangenen drei Jahren baute sie bereits 42.000 Stellen ab. Nun sollen noch einmal rund 15.000 der noch 104.000 Stellen weltweit gestrichen werden. Lloyds will dabei seine Auslandspräsenz auf weniger als 15 Länder mehr als halbieren. Angesichts sinkender Gewinne und härterer Regeln haben zahlreiche Banken einen Sparkurs eingeschlagen.

An der Börse war zuletzt der Optimismus für Lloyds deutlich gestiegen. Die Aktie legte in diesem Jahr bereits 41 Prozent auf 36,58 Pence zu. Damit die Beteiligung des britischen Staates an der Bank kein Verlustgeschäft werden soll, müsste der Kurs auf 73,6 Pence steigen. (awp/mc/ps)

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