Meldestelle für Geldwäscherei mit Rekordzahl an Verdachtsfällen

Meldestelle für Geldwäscherei mit Rekordzahl an Verdachtsfällen
Im Kampf gegen die Geldwäscherei hat die Schweiz noch Verbesserungsbedarf. (Bild: © Schlierner / AdobeStock)

Bern – Bei der Meldestelle für Geldwäscherei des Bundes (MROS) sind im vergangenen Jahr so viele Verdachtsmeldungen eingegangen wie noch nie: Mit 7705 nahm die Zahl der Verdachtsfälle gegenüber dem Vorjahr um etwa einen Viertel zu (2019: 6126).

4074 dieser Meldungen konnte die MROS im vergangenen Jahr bearbeiten, knapp die Hälfte davon (2024) wurde an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet, 2050 nicht, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht.

Die Senkung der Weiterleitungsquote auf 46 Prozent zeige, dass die MROS ihre Filterfunktion wahrnehme und so sicherstelle, dass nur die Informationen, welche für eine schweizerische Strafverfolgungsbehörde relevant sind, übermittelt würden, schreibt die Meldestelle dazu.

3631 Verdachtsfälle von 2019 waren Ende des Jahres noch in Bearbeitung; gemeinsam mit jenen aus den Vorjahren blieben damit 6095 Meldungen pendent. Das ist etwa ein Fünftel mehr als Ende 2018.

114 Mal Terrorismusverdacht
Die Summe der 2019 gemeldeten Vermögenswerte unter Geldwäscherei-Verdacht belief sich bis Ende November auf 12,9 Milliarden Franken. Am 22. November stellte die MROS intern auf ein neues Informationssystem um, die Zahlen zu den Vermögenswerten sind deshalb nur bis zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt.

Wie in den Vorjahren stammten diese Vermögenswerte vorwiegend aus mutmasslichen Betrugs- oder Korruptionsdelikten, schreibt die MROS. Fast alle Meldungen seien von Banken oder Zahlungsverkehrsdienstleistern gemacht worden. Im Unterschied zu den Banken sei die Zahl der Meldungen von Vermögensverwaltern, Treuhändern, Anwälten und Notaren auch in den letzten Jahren nicht angestiegen.

114 Meldungen (Vorjahr: 132) erhielt die MROS wegen Verdachts auf Terrorismusfinanzierung. Nur gerade 13,4 Prozent dieser Meldungen gelangten an die Justizbehörden. Auslöser der Meldungen waren in mehr als drei Viertel der Fälle Zeitungsberichte (35 Prozent), Transaktionsmonitoring (24 Prozent) oder Informationen Dritter (19 Prozent). (awp/mc/ps)

MROS

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