Migros Bank stagniert 2013

Migros Bank

(Foto: Migros Bank)

Zürich – Die Migros Bank weist für 2013 gegenüber dem Vorjahr nur leicht veränderte Zahlen aus. Im wichtigsten Bereich, dem Geschäft mit Hypotheken, legte die Bank nicht mehr im gleichen Umfang zu wie in 2012. Man habe mit voller Absicht etwas Tempo herausgenommen, hiess es bei der Präsentation des Jahresabschlusses.

«Unspektakulär» seien die Zahlen, sagte Migros-Bank-Chef Harald Nedwed. Tatsächlich halten sich die Veränderungen in engen Grenzen. Während der Reingewinn um 1,4% auf 174 Mio CHF stieg, sank der Bruttogewinn um 0,7% (309,9 Mio CHF). Leicht positiv entwickelte sich der Geschäftsertrag: Mit dem Plus von 0,5% auf 596,1 Mio CHF wurde immerhin ein Höchststand in der Firmengeschichte erreicht.

Tempo im Hypothekargeschäft gedrosselt
Im Zinsengeschäft, dem mit Abstand wichtigsten Ertragspfeiler, gab es jedoch einen leichten Rückschlag um 0,5% (475,1 Mio CHF). Im Hypothekarbereich wuchs die Bank 2013 zwar noch um 4,2% auf 31,2 Mrd CHF, dafür sank die Marge. Man habe im Gegensatz zu vielen kleineren Banken das Tempo etwas zurückgenommen. Im Vorjahr hatte die Bank in diesem Bereich noch 5,5% zugelegt. Das Wachstum sei im derzeitigen Umfeld nicht zu hoch, sagte Nedwed. Er stelle zum Beispiel fest, dass sich an den sogenannten Hotspots – etwa am Zürichsee – die Preise verflacht hätten oder sogar zurück gingen. «Der Markt spielt.»

Migros Bank könnte mit allfälligen Preiskorrekturen leben
Keine Sorgen macht sich Nedwed auch, weil die Bank in diesem Bereich wenige Risiken eingehe: 98% der Wohnbauhypotheken seien in Relation zum aktuellen Verkehrswert höchstens zu 67% belehnt. Die Bank könnte somit laut ihrem Chef mit allfälligen Preiskorrekturen leben. Zudem sei das Portfolio «im Gegensatz zu den Kantonal- und Regionalbanken» geografisch gut diversifiziert. Und die Bank habe ausreichend Kundengelder zur Refinanzierung ihrer Hypothekarausleihungen. Bei den Sparguthaben legte die Bank 2013 um 4,9% auf 25,9 Mrd CHF zu.

Kompensiert wurde der Rückgang im Zinsengeschäft mit einem Plus von 9,3% im Kommissionsgeschäft (80,8 Mio CHF). Das kleine Handelsgeschäft ging hingegen um 5,5% zurück (32,3 Mio CHF).

Neues Mobile-Banking
Der Geschäftsaufwand stieg um 1,8% auf 286,2 Mio CHF – vor allem wegen des Sachaufwandes (+3,9%). Nedwed begründete dies mit höheren IT-Investitionen. Die Bank wolle ihren Kunden neue Online-Angebote machen, in den nächsten Monaten würden diverse neue Angebote lanciert. «Wir werden im dritten Quartal so weit sein, dass der Kunde auf mobilen Geräten all das machen kann, für das er heute einen Desktop braucht.» Zudem will die Bank ein Angebot schaffen, dank dem im Kollegenkreis geborgtes Bargeld sofort via Mobiltelefon zurückbezahlt werden kann.

Weil der Geschäftsaufwand stärker stieg als der -ertrag, nahm der Bruttogewinn um 0,7% ab (309,9 Mio CHF). Nach Abschreibungen und Wertberichtigungen blieb davon ein um 1% tieferes Betriebsergebnis von 244 Mio CHF übrig. Zwar hätten die üblichen Rückstellungen reduziert werden können, hinzu gekommen seien dafür Rückstellungen für den US-Steuerstreit, sagte Nedwed. Die Migros Bank zählt sich zur Kategorie 2 und muss somit mit einer Busse rechnen.

US-Steuerstreit: Höhe von Rückstellungen bleibt offen
Insgesamt nahm die Bank Wertberichtigungen und Rückstellungen in der Höhe von 27,9 Mio CHF vor. Wie viel davon für den US-Steuerstreit reserviert sind, wollte Bank-Chef Nedwed aus «verhandlungstaktischen Gründen» nicht sagen. Er gehe aber davon aus, dass die Rücklagen für eine allfällige Busse sowie die Anwalts- und Verfahrenskosten reichten.

Er sieht seine Bank ohnehin nur am Rand vom Steuerstreit tangiert: «Wir waren nie im Ausland präsent.» Auch hätten Bankangestellte nie Kunden im Ausland getroffen. Die Bank sei deshalb lange Zeit davon ausgegangen, dass sie sich nicht am US-Steuerprogramm beteiligen müsse oder sich in der Kategorie 4 der Lokalbanken melden könne.

Weiterhin «US-Kunden»
Präzisierungen aus den USA hätten zum Meinungsumschwung geführt, der im letzten November kommuniziert wurde. «Wir können nicht garantieren, dass sich nicht irgendwann irgendeiner unserer Mitarbeiter nicht korrekt verhalten hat.» Die Bank habe kein Risiko eingehen wollen. Der Vorteil dieses Vorgehens sei, dass das «Damoklesschwert» schon bald weg sei.

Derzeit hat die Migros Bank laut Nedwed 370 Kunden, die unter die Kriterien des US-Steuerprogramms fallen. Bei 830’000 Kunden sei dies ein Anteil von 0,04%. Es handle sich zu einem Grossteil um schweizerisch-amerikanische Doppelbürger und um Schweizer mit temporärem Wohnsitz in den USA. Nedwed stellte klar, dass die Bank auch in Zukunft solche «US-Kunden» zulassen will.

Die Aussichten für das laufende Jahr beurteilt die Bank trotz sinkendem Marktwachstum und intensivem Preiswettbewerb als «verhalten positiv». (awp/mc/ps)

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