Migros Bank: Hypothekar-Volumen deutlich gesteigert

Harald Nedwed

Harald Nedwed, Präsident der Migros Bank.

Zürich – Die Migros Bank hat im vergangenen Geschäftsjahr 2011 das Hypothekarvolumen und den Bestand an Kundengeldern klar gesteigert. Bruttogewinn und Betriebsergebnis konnten allerdings nur leicht verbessert werden, und die Ertragsseite war gar knapp rückläufig. Die Risikosituation auf der Kreditseite wird von der Unternehmensleitung dank «vorsichtiger Kreditpolitik» als «sehr solide» bezeichnet.

Die Hpyothekar-Ausleihungen nahmen um knapp 6% oder 1,5 Mrd auf 27,6 Mrd CHF zu, das Volumen für Privatkredite aufgrund der vor einiger Zeit gestarteten Preisinitiative gar um 28% auf 1,03 Mrd CHF. Konzernchef Harald Nedwed sprach denn auch vor den Medien in Zürich von einem «sehr erfreulichen Jahr» angesichts der Umfeldes mit Unsicherheit im Markt und bei den Anlegern. Auch der Zuwachs der Kundengelder von 5,6% oder 1,4 Mrd auf 27,4 Mrd CHF wird mit diesem Etikett betitelt.

Ertrag hält mit Wachstum nicht ganz mit
Die weiter verschärfte Konkurrenzsituation im Schweizer Bankenmarkt sowie die getrübte Börsenstimmung drückten dagegen etwas auf die Ertragsseite, die mit den sonstigen Wachstumsraten nicht mithielt. Der gesamte Geschäftsertrag war mit 591 Mio CHF ganz knapp unter, der Bruttogewinn mit 318 Mio CHF dank sinkendem Sachaufwand leicht über dem Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis, das zusätzlich Abschreibungen und Wertberichtigungen umfasst, erreichte 279 Mio CHF (+1,3%), der Reingewinn 175 Mio CHF (+1,2%).

Sachaufwand unter dem Stand des Jahres 2000
Stolz ist die Bank vor allem auch auf ihr Kostenmanagement. Dank einer «disziplinierten Ausgabenpolitik» sank der Geschäftsaufwand um knapp 2% auf 273 Mio CHF, wobei vor allem der Sachaufwand aufgrund von Einsparungen bei der Informatik um 6,9% gesenkt werden konnte. Damit liege dieser gar unter dem Niveau des Jahres 2000, so Nedwed, wobei die Bilanzsumme seither um über 70% gestiegen sei. Aufgrund der sinkenden Kosten bei fast stabilen Erträgen konnte auch die bereits tiefe Cost-Income-Ratio weiter verbessert werden, und zwar auf 46 von 47% im Jahr davor.

Eine weitere Senkung sei zwar möglich, sagte Nedwed, allerdings sei das kein vorrangiges Ziel: «Wenn wir Kosten einsparen, geben wir dies möglichst an die Kunden weiter». Die Gewinnmaximierung stehe bei der Migros Bank nicht im Vordergrund.

Vorsichtige Vergabe von Krediten
Einen klaren Fokus legt die Bank dagegen auf die Risikopolitik. Diese präsentiere sich nach wie vor äusserst günstig, so der Bank-Chef. Für Rückstellungen und Verluste mussten 2011 lediglich 1,7 Mio CHF aufgewendet werden. Vor allem auch bei den Hypotheken habe die Bank «konsequent» an ihren vorsichtigen Kreditvergaberichtlinien festgehalten, hiess es. «Wir haben die bereits hohe Kreditqualität gar weiter verbessert», sagte Nedwed. So liege etwa der Portfolioanteil von Hypotheken, bei denen die standardmässige Belehnung überschritten wurde, unter 1%. Die Bank könnte daher laut Nedwed sinkende Häuserpreise «problemlos auffangen».

Kein Gang ins Ausland geplant
Mehr oder weniger abgeschlossen ist die 2008 gestartete Expansion des Filialnetzes. Im vergangenen Jahr wurden neue Standorte in Bulle, Burgdorf, La Chaux-de-Fonds, Lenzburg und Wädenswil in Betrieb genommen. Geplant sind lediglich noch Neueröffnungen in Meilen, Yverdon und in Lausanne. Auch wenn der Filialausbau im grossen Stil vorbei ist, hat die Bank mittelfristig weiter Ziele. So sei der Marktanteil in vielen Segmenten noch relativ gering, was noch Potential offen lasse. Ausserdem wolle die Bank das Firmen- und das Privatkundengeschäft weiter forcieren.

Nicht geplant ist dagegen der Gang ins Ausland. «Das haben wir uns angeschaut und wieder verworfen», so Nedwed. Dieses Jahr will die Bank dafür weitere Marktanteile in der Schweiz gewinnen. Dafür sei sie auch bei einem tieferen Marktwachstum und einem anhaltend intensiven Preiswettbewerb gut gerüstet, hiess es. (awp/mc/pg)

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