Missbrauch von Kreditkarten wenig verbreitet

Missbrauch von Kreditkarten wenig verbreitet

Zürich – Bei einem von 20 Schweizer Kreditkartenbesitzern wurde in den letzen drei Jahren die  Karte missbräuchlich verwendet. Zum Glück zeigen sich die Anbieter in den meisten Fällen entgegenkommend. Dies ist sicher auch ein Grund für die durchwegs guten Noten, welche die Kunden ihren Kreditkartenanbietern vergeben. Dies zeigt eine Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch unter rund 1200 Kreditkartenbesitzern.

Eine Kreditkarte ist praktisch, bequem und gilt als sicheres Zahlungsmittel. Da erstaunt es nicht, dass die Verbreitung der Kreditkarten in der Schweiz deutlich zugenommen hat. Waren es im Jahr 2010 erst 55 Prozent der Schweizer, die angaben, mindestens eine Kreditkarte zu besitzen, so haben aktuell 70 Prozent Plastikgeld im Portemonnaie. Schauergeschichten über Kreditkartenmissbrauch machen immer wieder die Runde. Missbrauch mit Schweizer Kreditkarten ist aber – zum Glück – selten. Bei 5 Prozent der Kreditkartenbesitzer wurde in den letzten drei Jahren mit der Kreditkarte Missbrauch betrieben.

In den Ferien die Kreditkarte im Auge behalten
Einerseits sind in der Schweiz die meisten Kreditkarten mit einem Chip ausgestattet, andererseits können die Terminals in den Läden den Chip lesen. Der Kunde muss beim Bezahlen eine geheime Kennzahl eingeben, bei Online-Transaktionen ist die Karte durch ein eigenes Sicherheitssystem (3-D-Secure) gesichert. Damit ist die Missbrauchsrate in der Schweiz deutlich geringer als in Ländern wie den USA, wo es diese zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen nicht gibt.

Darum: Wird die Kreditkarte im Ausland gebraucht, ist grössere Vorsicht geboten. Der Tipp von Stefan Rüesch, Bankenexperte beim Internetvergleichsdienst comparis.ch: «Lassen Sie Ihre Kreditkarte im Ausland nie aus den Augen! Verschwindet der Kellner mit der Kreditkarte im Hinterstübchen, ist die Chance da, dass die Kreditkartendaten kopiert werden, was dem Missbrauch Tür und Tor öffnet.»

Hilfe beim Missbrauch ist im Eigeninteresse der Anbieter
Zum Glück hält sich der Missbrauch von Schweizer Kreditkarten in Grenzen. Hat sich trotzdem ein Missbrauch ereignet, zeigen sich die Anbieter kulant und dem betrogenen Besitzer entsteht in der Regel kein finanzieller Schaden. In fast sieben von zehn Fällen konnte der Anbieter den miss-bräuchlichen Betrag noch rechtzeitig stoppen oder er hat den Schaden anstandslos übernommen. Nur bei 8 Prozent der Betrugsfälle hat sich die Kreditkartenfirma geweigert, für den Schaden auf-zukommen.

«Kein Kreditkartenanbieter kann es sich leisten, dass die Kunden das Vertrauen in die Kreditkarte als Zahlungsmittel verlieren», erklärt Bankenexperte Rüesch die Unterstützung der Herausgeber bei Missbrauchsfällen. «Wird die Kreditkarte als unsicheres Zahlungsmittel wahrgenommen, verlieren die Kreditkartenfirmen Kunden und verdienen weniger. Es ist also im Interesse der Anbieter, dass sie sich in Schadensfällen hilfsbereit zeigen und so das Vertrauen in die Kreditkarte festigen.»

Wie haben die betrogenen Kreditkartenbesitzer aber erfahren, dass jemand ihre Kreditkarte missbraucht? Bei mehr als jedem zweiten Missbrauchsfall wurde der Kunde oder die Kundin vom Anbieter auf die ungewöhnliche Transaktion aufmerksam gemacht. Bankenexperte Rüesch sieht darin ein gut funktionierendes Monitoring der Kreditkartenfirmen. Eine gründliche Kontrolle der Kreditkartenabrechnung lohnt sich aber trotzdem: Jeder vierte Missbrauch wurde nämlich vom Kunden selber entdeckt.

Hohe Zufriedenheit bei den Kunden
Nicht nur Betrugsopfer sind bei ihren Anbietern in guten Händen. Die meisten Schweizer Kreditkartenbesitzer sind mit ihrem Anbieter zufrieden. Alle 14 bewerteten Anbieter haben gute Gesamtnoten (Note 5 oder höher auf der Schulnotenskala) erhalten. Die höchste Zufriedenheit ha-ben die Berner Kantonalbank, Bonus Card, Postfinance und Raiffeisen mit der Note 5,3 (siehe Tabelle).

Die Kundenzufriedenheit setzt sich zusammen aus der Verständlichkeit der Abrechnungen, den Gebühren und Kosten, den Zahlungskonditionen, der Abwicklung des Kreditkartenantrags, der Ausgabenlimite, der Problemlösung bei Verlust oder Missbrauch und den Zusatzleistungen wie Bonusprogrammen. Die Umfrage zur Kundenzufriedenheit mit den Kreditkartenanbietern führt comparis.ch seit 2007 jedes Jahr durch.

Grosse Abstürze bei der Zufriedenheit musste in diesem Jahr kein einziger der bewerteten Anbieter verzeichnen. Auch die SBB, die am Schluss der Tabelle auftaucht, hat immer noch die gute Note von 5. «Zufriedener wären die Kunden wohl nur noch, wenn die Anbieter gleich die Rechnung übernehmen würden…» meint Bankenexperte Rüesch. (comparis.ch/mc/ps)

Kundenzufriedenheit Kreditkarten-Anbieter 2013

Anbieter Note 2013 Note 2012
Berner Kantonalbank 5,3 – gut 5,3 – gut
Bonus Card 5,3 – gut 5,1 – gut
Postfinance 5,3 – gut 5,2 – gut
Raiffeisen 5,3 – gut 5,2 – gut
Banque Cantonale Vaudoise 5,2 – gut 5,3 – gut
Basler Kantonalbank 5,2 – gut 5,2 – gut
Cornèr Bank 5,2 – gut 5,1 – gut
Credit Suisse 5,2 – gut 5,1 – gut
Cumulus-MasterCard (Migros) 5,2 – gut 5,3 – gut
Supercard Plus (Coop) 5,2 – gut 5,2 – gut
UBS 5,2 – gut 5,1 – gut
Zürcher Kantonalbank 5,2 – gut 5,2 – gut
Migros Bank 5,1 – gut 5,3 – gut
SBB 5 – gut 5,2 – gut

Quelle: comparis.ch

Die detaillierten Ergebnisse sind ab dem Nachmittag unter http://www.comparis.ch/kreditkarten/umfrage/hitlist.aspx verfügbar.

Methode
Für die Umfrage im Auftrag von comparis.ch befragte das Meinungsforschungsinstitut GfK im Mai und Juni 1231 Kreditkartenbesitzer ab 15 Jahren. Nicht nur nach dem Missbrauch wurde gefragt, sondern auch, wie sich die Kreditkartenherausgeber beim Missbrauch verhalten haben und wie zufrieden man alles in allem mit der Kreditkartenfirma ist.

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