Moody’s: Stresstest wirkt sich kaum auf Ratings aus

Stresstest

Frankfurt am Main – Der neue Stresstest für Europas Banken wird sich nach Einschätzung der Ratingagentur Moody’s kaum auf die Ratings der Unternehmen auswirken. Die Überprüfung der Geldhäuser durch die europäische Aufsichtsbehörde EBA werde voraussichtlich grösstenteils nur Schwächen aufdecken, die die Rating-Experten in ihren Einschätzungen bereits berücksichtigt hätten.

Dies teilte Moody’s am Mittwoch in Frankfurt mit. Diejenigen Banken, die den Test nicht bestehen, könnten allerdings von Unterstützungsmassnahmen der EBA profitieren.

Rating-Verbesserungen möglich
«Solche Unterstützungsmassnahmen können dazu beitragen, die Kreditwürdigkeit dieser Banken zu stärken und möglicherweise ihre Ratings zu verbessern», schreibt Moody’s. Nach Einschätzung der Agentur müssen 26 der 91 im Stresstest überprüften Banken möglicherweise externe Hilfe beanspruchen. Insgesamt sieht die Ratingagentur den EBA-Stresstest positiv. Zum einen hätten mehrere Geldhäuser schon in Vorbereitung auf den Test ihre Kapitalsituation verbessert. Des Weiteren steige die Transparenz, wenn die Banken wie geplant ihr Engagement in Staatsanleihen offenlegten. Auch werde der Test zeigen, wie die Aufsichtsbehörden die Kapitalsituation der Banken bewerten.

Ergebnisse des Stresstests am 14. Juli
Die Ergebnisse des aktuellen Stresstests der europäischen Banken sollen einem Pressebericht zufolge am 14. Juli veröffentlicht werden. Das habe die spanische Zentralbank den heimischen Instituten mitgeteilt, berichtete die Zeitung «Cinco Dias» am Mittwoch. Die Notenbanken und die einzelnen Banken sollten die Daten schon einen Tag früher bekommen. Die europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA hatte am Dienstag auf Anfrage mitgeteilt, eventuell in dieser Woche einen Termin zu nennen.

Bis zu 15 Geldhäuser durchgefallen?
Im Test wird geprüft, ob die untersuchten 91 Banken für ein angenommenes Krisenszenario genug Puffer haben. Sinkt die sogenannte harte Eigenkapitalquote im Test unter 5 Prozent, gelten die Banken als durchgefallen und müssten sich frisches Geld besorgen. Ursprünglich sollten die Ergebnisse der Untersuchung, mit der die EU das Vertrauen der Märkte in die Stabilität der Banken stärken will, bereits im Juni vorliegen. Doch dann hatte die EBA weitere Daten angefordert und auch – anders als zunächst vorgesehen – den zumindest teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands in das Testszenario aufgenommen. Zuletzt waren Gerüchte aufgekommen, wonach bis zu 15 der überprüften Geldhäuser durchfallen würden. Dies wies die EBA als Spekulation zurück.  (awp/mc/upd/ps)

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