Archegos-Verlust trübt starken Jahresauftakt von Morgan Stanley

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(Foto: Morgan Stanley)

New York – Der Kollaps des Hedgefonds Archegos hat die US-Investmentbank Morgan Stanley fast eine Milliarde Dollar gekostet. Die Bank habe wegen Wertverlusten rund um die Turbulenzen von Archegos zunächst 644 Millionen Dollar eingebüsst und durch den Notenverkauf von weiteren Papieren nochmals 267 Millionen Dollar verloren, sagte Morgan-Stanley-Chef James Gorman in einer Telefonkonferenz mit Analysten am Freitag.

Damit kamen die Amerikaner noch glimpflich weg. Bei anderen Banken wie der Schweizer Credit Suisse und der japanischen Nomura schlug die Pleite des Hedgefonds mit mehreren Milliarden ins Kontor. Der Archegos-Verlust trübte die Freude der Anleger über einen Gewinnsprung von Morgan Stanley zum Jahresstart. Die Aktien verloren knapp ein Prozent.

Morgan Stanley hatte wie die Rivalen Goldman Sachs und Deutsche Bank vergleichsweise früh Wertpapiere im grossen Stil abgestossen. Medienberichten zufolge verkaufte das Institut in der Nacht vor dem Zusammenbruch von Archegos Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar. Aufsichtsbehörden weltweit versuchen nun herauszufinden, weshalb Banken gegenüber einem Kunden solch hohe Engagements eingehen können.

«Lehren ziehen»
«Wir müssen Lehren daraus ziehen und den Fall akribisch aufarbeiten», sagte der designierte BaFin-Chef Mark Branson im Finanzausschuss des Bundestags diese Woche. Wichtig sei, dass Banken für solche extremen Belastungen ausreichend hohe Sicherheitspuffer hätten.

Dank eines florierenden Kapitalmarktgeschäfts verdiente Morgan Stanley im ersten Quartal mit 3,98 Milliarden Dollar rund 150 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Die Erträge legten um 61 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar zu. Auch Rivalen wie JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup profitierten vom Boom an den Börsen und bauten ihre Gewinne aus.

Wie bereits im zweiten Halbjahr 2020 lief es zu Jahresstart im Handel mit Aktien und Anleihen gut. Unternehmen waren wegen der Pandemie aktiver an den Kapitalmärkten und emittierten mehr Anleihen. Zugute kommt den Investmentbanken auch der derzeitige Boom bei den sogenannten SPACs, leeren Börsenmänteln. Diese «Special Purpose Acquisition Companies» sind börsennotierte Unternehmen ohne eigenes Geschäft. Sie haben das Ziel, ein anderes Unternehmen durch eine Fusion an die Börse zu bringen. (awp/mc/pg)

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