Morgan Stanley schreibt Verlust – Anleger jubeln

James Gorman

Morgan-Stanley-CEO James Gorman.

New York – Diese Geschichte von der Wall Street dürfte bei Otto Normalverbraucher mal wieder Kopfschütteln auslösen: Die US-Investmentbank Morgan Stanley schreibt im ersten Quartal einen Verlust von unterm Strich 119 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 736 Millionen Dollar angefallen war. Statt jedoch zu erschrecken, jubeln die Anleger am Donnerstag und die Aktie des Goldman-Sachs-Konkurrenten schiesst vorbörslich um 5 Prozent hoch.

Des Rätsels Lösung heisst Debt Valuation Adjustment oder kurz DVA. Dabei greifen die Banker ganz tief in die Trickkiste der Bilanzierung. Es werden – vereinfacht gesagt – alte Schulden neu bewertet. Im vergangenen Jahr, als die Schuldenkrise in Europa hochkochte, profitierten die Banken von dieser Regelung. Nun, da sich die Lage auf den Finanzmärkten entspannt hat, schlägt das Pendel zurück. Dieses Auf und Ab passiert freilich nur auf dem Papier, es fliesst kein Geld.

Operativ über Erwartungen
Die Neubewertung der Schulden einmal ausser Acht gelassen, ist Morgan Stanley im Auftaktquartal ein besseres Geschäft gelungen und es wäre sogar ein dicker Gewinn herausgekommen. Die Bank übertraf mit diesen operativen Zahlen die Erwartungen der Börsianer, was wiederum die Aktie beflügelte. Die Deutsche Bank beispielsweise setzt das Bilanzinstrument nur sehr zaghaft ein und liefert deshalb einfacher vergleichbare Geschäftszahlen. (awp/mc/ps)

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