Nationale: Gewinn steigt um 8,4% auf 54,0 Mio CHF

Hans Künzle

Hans Künzle, CEO Nationale Suisse.

Basel – Die Nationale Suisse hat im ersten Halbjahr 2011 den Gewinn gesteigert und ist ohne das per Anfang Jahr an die Swiss Life verkaufte Kollektivleben-Geschäft gewachsen. Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres gibt sich der Versicherer «vorsichtig optimistisch». Der Gewinn der Nationale stieg in der Berichtsperiode um 8,4% auf 54,0 Mio CHF. Der Halbjahresgewinn schliesse aus dem Verkauf des Kollektivlebenbereichs einen Transaktionsgewinn von netto 6,1 Mio mit ein. Ohne diesen Effekt wäre der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um 5,5% auf 47,9 Mio gestiegen, teilt die Nationale  mit.

Die Bruttoprämieneinnahmen der Gruppe sind ohne den verkauften Bereich auf 894 Mio CHF von 878 Mio gestiegen. Das währungsbereinigte Wachstum habe 6,0% betragen.

Nichtlebengeschäft legt deutlich zu
Im strategisch wichtigen Nichtlebengeschäft sind die Prämieneinnahmen in Lokalwährungen um 10,5% stark gewachsen. Ausserdem konnte der Versicherer von einer tiefen Schadenbelastung profitieren. Die Combined Ratio verbesserte sich auf 94,5% nach 96,9% vor Jahresfrist, obwohl für das Wachstum im Nischengeschäft (Specialty Lines) höhere Provisionszahlungen für Broker und in Belgien Restrukturierungskosten angefallen seien. Der Segmentgewinn erhöhte sich auf 83,7 Mio nach 67,2 Mio. Im Lebengeschäft, wo einzig Credit Life expandierte, gingen die Prämien strategiekonform um 13% zurück. Die Nationale fokussiert sich auf kapitalschonende Produkte und steigerte den Vorsteuergewinn leicht auf 6,7 Mio CHF.

Nachhaltiges Resultat auf Kapitalanlagen
Bei den Specialty Lines (Engineering, Marine, High Net Worth Individuals/Art, Direct, Travel, Credit Life), wo die Nationale in Zukunft weiter stark zulegen will, sind die Prämieneinnahmen um 28,4% gewachsen. Dabei habe die Gruppe insbesondere mit den Produktlinien Engineering und Credit Life im Volumen stark zugelegt. Die Specialty Lines machen nun 32,9% an den Gesamtprämien aus. Im Vorjahr waren es 27,6%. Auf den Kapitalanlagen sei dank einer robusten und defensiven Vermögensallokation ein nachhaltiges Resultat erzielt worden, so die Mitteilung. Der Nettoertrag auf Kapitalanlagen belief sich auf 93,5 Mio nach 109,1 Mio im Vorjahr. Die annualisierte Rendite lag bei 3,7% nach 4,6%.

«Solide Bilanz»
An der Anlageallokation habe sich in der Berichtsperiode kaum etwas verändert. Mit einem Anteil von 69,3% (-0,2 Prozentpunkte) bleiben die Finanzanlagen mit Fremdkapitalcharakter die wichtigste Anlagekategorie. Dabei seien die Anleihen von PIIGS-Staaten, insbesondere von Italien, um insgesamt 17,2% auf noch 333 Mio reduziert worden. Auf griechischen Staatsanleihen wurden keine Wertberichtigungen vorgenommen. Die Reduktion der PIIGS-Positionen werde fortgesetzt. Die Bilanz sei solide, heisst es weiter. Das Eigenkapital belief sich per Ende Juni auf 749 Mio CHF nach 746,5 Mio Ende 2010, dies bei einer annualisierten Eigenkapitalrendite von 14,5%. Die Solvenzquote nach Solvency I wird mit hohen 228% ausgewiesen nach 184%. Der deutliche Anstieg sei vor allem auf den Verkauf des Kollektivlebengeschäfts zurückzuführen.

Vorsichtig optimistischer Ausblick
Im Ausblick für das laufende Jahr gibt sich der Versicherer trotz anspruchsvollem Umfeld vorsichtig optimistisch. Der von der Schuldenproblematik insbesondere in Europa und den USA ausgehende Druck auf die Finanzmärkte habe nochmals zugenommen. Die damit verbundenen Spannungen im Finanzsystem dürften sich negativ auf die Realwirtschaft und damit das Wachstum der Versicherungsmärkte und die Schadenentwicklung auswirken, heisst es. Für die Juli-Unwetter in der Schweiz rechnet die Gruppe mit einer Schadenbelastung von brutto 12 Mio CHF.

Weiter wird ab Anfang 2012 der derzeitige Investmentchef Benno Flury die Verantwortung für den – dann nicht mehr als eigenständige Business Unit, sondern als Geschäftsfeld geführten – Bereich Leben Schweiz übernehmen. Die operative Leitung der Schweizerischen National Leben AG übernimmt – wie bereits angekündigt – Marc Gamba. Der bisherige Leiter der Business Unit Leben Schweiz, Anton Peter, tritt Ende Jahr vorzeitig in den Ruhestand. (awp/mc/upd/ps)

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