Nationale steigert Gewinn und Volumen

Hans Künzle

Hans Künzle, CEO Nationale Suisse (Copyright: Nationale Suisse)

Basel – Nationale Suisse hat im ersten Halbjahr 2014 das Geschäftsvolumen und den Gewinn gesteigert und übertraf damit die Erwartungen am Markt. Im geplanten Zusammenschluss mit der Helvetia sieht die Versicherung strategische Vorteile für alle Interessengruppen.

Der Konzerngewinn erhöhte sich um 7,1% auf 57 Mio CHF und die Bruttoprämien um 2,8% auf 905 Mio. In Lokalwährungen wuchsen die Prämieneinnahmen um 3,1%, wie die Versicherungsgruppe am Mittwoch mitteilt.

In der Nichtleben-Versicherung verschlechterte sich die Combined Ratio auf 93,6% nach 92,9% im Vorjahr. Dabei sei in der Schweiz trotz einer Verschlechterung mit 88,5% (VJ 85,5%) immer noch ein «hervorragender» Wert erreicht worden, heisst es. Der Anstieg hänge mit dem höheren Schadensatz zusammen, während der Kostensatz leicht gesenkt werden konnte. Der Gewinn vor Steuern im Segment Nichtleben Schweiz ging um 2,1 Mio auf 85,7 Mio CHF zurück.

Im ausländischen Nichtleben-Geschäft gelang es, die Combined Ratio um 3,8 Prozentpunkte auf 106,9% zu reduzieren und damit zu verbessern. Einen positiven Einfluss auf den Schadensatz hätten Portfoliobereinigungen gehabt, allerdings erhöhte sich der Kostensatz aufgrund des geringeren Geschäftsvolumens. Der Verlust reduzierte sich auf 5,9 Mio von 9,8 Mio vor Jahresfrist.

Im Leben-Geschäft erzielte Nationale unter anderem dank einem guten Anlageergebnis einen Gewinn von 7,9 Mio CHF, was einem Rückgang um 0,4 Mio entspricht.

Wachstum in der Schweiz
Gewachsen ist das Nichtleben-Schweiz-Geschäft, wo die Prämieneinnahmen im Halbjahr um 2,3% auf 567 Mio CHF angestiegen sind. Besonders gut hätten sich die Motorfahrzeug-, die Unfall- und Kranken- sowie die Reiseversicherung entwickelt. Im Nichtleben Ausland stiegen die Einnahmen auf 221 Mio an, ein Plus von 1,1% in Lokalwährungen. Portfoliobereinigungen haben vor allem im Motorfahrzeuggeschäft Prämieneinbussen zur Folge gehabt, dagegen legte die Sachversicherung überdurchschnittlich zu.

Um 11% auf 117 Mio kletterten die Einnahmen im Lebengeschäft in die Höhe. Die Umstellung auf den Verkauf von kapitaleffizienten Lebensversicherungen sei gelungen. Dagegen wurde das Wachstum im Ausland durch einen Zeichnungsstopp im Credit-Life-Geschäft in Italien belastet. Dies wirkte sich auch in den Specialty Lines (Marine, Travel, Engineering, Direktgeschäft), dem Nischengeschäft, aus. Dieses Nebensegment wuchs währungsbereinigt um 2,5%, ohne den Rückgang bei Credit Life hätte es 6,7% betragen.

Solvenz gestärkt
Das Eigenkapital beläuft sich auf 972 Mio CHF (Ende 2013: 956 Mio). Die Solvenzquote nach Solvency I stand Ende Juni bei «soliden» 294,4% nach 275,9% Ende 2013 und auch mit dem Swiss Solvency Test (SST) sei die Gruppe «sehr solide» kapitalisiert.

Die annualisierte Eigenkapitalrendite lag im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 kaum verändert bei 11,9% und mit den Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe eine Rendite von annualisiert 3,8% nach 3,1%. Die Rendite aus den laufenden Anlageerträgen steht wenig verändert bei 2,6%.

Operativ auf Kurs
Die wirtschaftliche Lage bleibe weiterhin unsicher, es seien jedoch positive Indikationen erkennbar, hält die Nationale im Ausblick fest. Das erste Halbjahr sei eine solide Basis für eine gute Entwicklung des Versicherungsgeschäfts im Gesamtjahr und mit dem «Programm 1+» sei man auf Kurs. Der Fokus werde verstärkt auf Kostenoptimierungen gelegt.

Während das Schweizer Geschäft eine anhaltend solide Ertragskraft liefern werde, will Nationale die Specialty Lines mit der lokalen Präsenz in Asien und Lateinamerika vorantreiben.

Belastend auf das Jahresergebnis 2014 werde sich voraussichtlich der geplante Zusammenschluss von Nationale Suisse und Helvetia auswirken, dies aufgrund von einmaligen Restrukturierungsaufwendungen. Am 29. September werden die Nationale-Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung über den Zusammenschluss mitbestimmen. Dieser eröffnet gemäss Nationale für die Gruppe strategische Vorteile.

Der Nationale-Verwaltungsrat unterstützt das Anfang Juli lancierte Helvetia-Angebot und bezeichnet den gebotenen Preis von 80 CHF je Titel als «angemessen». (awp/mc/ps)

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