Neue Studie von GRI und RobecoSAM bestätigt Eignung der GRI-Standards für die Anlegerberichterstattung

Christopher Greenwald

Christopher Greenwald, Head of Sustainability Investing Research RobecoSAM. (Foto: RobecoSAM)

Amsterdam / Zürich. Die GRI, internationaler Standardsetter in der Nachhaltigkeitsberichterstattung, und RobecoSAM, der ausschliesslich auf Sustainability Investing (SI) fokussierte Investmentspezialist, haben heute die Studie Defining What Matters: Do companies and investors agree on what is material? (Definieren, was wichtig ist: Haben Unternehmen und Investoren die gleiche Vorstellung davon, was finanziell relevante Aspekte sind?) vorgestellt.  

Die von der Alcoa Foundation finanzierte Studie untersucht, ob die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen wirklich die Informationen enthalten, die Investoren benötigen. Wie die Ergebnisse zeigen, herrscht eine hohe Übereinstimmung zwischen den Firmen und Investoren darüber, was finanziell relevante Aspekte sind. Gleichzeitig signalisiert die Studie, dass die G4-Richtlinien der GRI mit ihrer breiten Risikoperspektive eine geeignete Grundlage für die Anlegerberichterstattung darstellen. Zudem erhalten Unternehmen Anhaltspunkte dazu, wie sie ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung weiter verbessern und noch relevanter für Investoren machen können.

Die Materialität oder finanzielle Relevanz beschreibt die Schwelle, ab der Themen so bedeutend sind, dass sie in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Firmen berücksichtigt werden sollten. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung dient dazu, Investoren und anderen Stakeholdern entscheidungsrelevante Informationen zu vermitteln. Daher sollten die von den Firmen veröffentlichten Informationen dem Informationsbedarf der Stakeholder entsprechen und in die Unternehmensstrategie einfliessen. Um herauszufinden, ob dies tatsächlich der Fall ist, haben die GRI und RobecoSAM 129 Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen aus drei Sektoren – Minen, Metalle und Stromversorgung – untersucht.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

  1. In allen drei Sektoren herrscht eine hohe Übereinstimmung zwischen den Berichtsthemen und dem Informationsbedarf der Investoren, wobei diese im Stromversorgungssektor etwas geringer ist als in den anderen Branchen.
  2. Die G4-Richtlinien der GRI eignen sich als Grundlage für die Anlegerberichterstattung. Das zeigt die hohe Übereinstimmung des GRI-Ansatzes mit dem anlegerorientierten Materialitätsansatz von RobecoSAM.
  3. Investoren wünschen fundiertere Informationen von Firmen, die zeigen, welche Bedeutung die Themen der Nachhaltigkeitsberichterstattung für die Unternehmensstrategie haben. Ausserdem wünschen sie sich von den Unternehmen eine Einschätzung ihrer langfristigen Chancen und Risiken.
  4. Investoren und Firmen sind sich einig, dass die Materialitätsanalyse für die Definition der wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen immer wichtiger wird.

Alyson Slater, Knowledge Director, GRI: “Eine umfassende Materialitätsbewertung auf der Grundlage von Multi-Stakeholder-Standards ist der beste Ansatz für Unternehmen, um sicherzustellen, dass sie Investoren und anderen Stakeholdern wirklich entscheidungsrelevante Informationen bereitstellen. Dabei geht es um weit mehr als die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes. Für die übergreifende Unternehmensstrategie, das Chancen- und Risikomanagement und sogar das Produktdesign ist entscheidend, dass die Unternehmen ihre wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen kennen. Darüber hinaus verdeutlicht diese Studie, wie wichtig unternehmenseigene Materialitätsbewertungen sind. Nur so können die Firmen heute schon Themen identifizieren, die in einigen Jahren finanziell materiell sein werden”

Christopher Greenwald, Head of SI Research, RobecoSAM: ”Diese Studie und unsere Erfahrung aus der jährlichen Bewertung für die Dow Jones Sustainability Indices verdeutlichen die zunehmende Bedeutung der finanziellen Relevanz für Unternehmen und Investoren. Einige Unternehmen führen Materialitätsanalysen durch, ohne eine klare Vorstellung der Investorenerwartungen zu haben. Diese Studie bringt diesbezüglich mehr Klarheit. So wird deutlich, dass Investoren nicht nur konsistente Daten zu den finanziell materiellen Themen benötigen, sondern auch ein besseres Verständnis dafür, wie die Nachhaltigkeitsprioritäten der Firmen die langfristige Unternehmensstrategie beeinflussen.”

Die Studie Defining What Matters: Do companies and investors agree on what is material? finden Sie zum Download auf der GRI-Website. Diese Publikation wurde von der Alcoa Foundation finanziert.

Mehr über dieses Thema erfahren Sie im Workshop Are investors getting the information they want from the extractives and energy sectors? im Rahmen der 5. GRI Global Conference, die vom 18. bis 20. Mai in Amsterdam stattfindet.  (RobecoSAM/mc/ps)

Über GRI
Die GRI ist eine internationale, unabhängige Institution, die seit 1997 als Pionier der Nachhaltigkeitsberichterstattung international anerkannte Berichtsstandards entwickelt. Die GRI hilft Unternehmen, Regierungen und anderen Institutionen nachzuvollziehen, welche Auswirkungen kritische Nachhaltigkeitsthemen wie Klimawandel, Menschenrechte und Korruption auf Unternehmen haben. Mit mehreren Tausend Berichterstattern in über 90 Ländern stellt die GRI die anerkanntesten und meistgenutzten Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung bereit, die es Institutionen und ihren Stakeholdern ermöglichen, bessere Entscheidungen auf der Grundlage finanziell relevanter Informationen zu treffen. Aktuell beziehen sich 40 Länder und Regionen in ihren Regelwerken auf die GRI. Die GRI basiert auf einem einzigartigen Multi-Stakeholder-Ansatz, durch den sichergestellt wird, dass die GRI-Standards die Ansichten und Expertise verschiedener Stakeholder berücksichtigen. Die GRI verfolgt das Ziel, über ihre Standards und ihr Stakeholder-Netzwerk Entscheidern weltweit die Möglichkeit zu geben, zu einer nachhaltigeren Wirtschaft und Welt beizutragen.

Über RobecoSAM
RobecoSAM, gegründet 1995, ist ein Vermögensverwalter mit exklusivem Fokus auf Sustainability Investing. Das Angebot umfasst Asset Management, Indizes, aktiver Unternehmensdialog, Stimmrechtsausübung, Impact Investing und Analysen, Nachhaltigkeitsbewertungen sowie Benchmarking Services. RobecoSAM offeriert institutionellen Anlegern und Finanzintermediären Zugang zu ESG-integrierenden Investmentlösungen (sowohl für börsennotierte Aktien als auch Private Equity); mit einem langjährigen Erfolgsausweis im Investitionsthema „Ressourceneffizienz“. In Kooperation mit S&P Dow Jones Indices publiziert RobecoSAM die weltweit anerkannten Dow Jones Sustainability Indices (DJSI). Im Rahmen seines Corporate Sustainability Assessment (CSA) analysiert RobecoSAM jährlich die Nachhaltigkeitsleistung von 3‘800 börsennotierten Unternehmen. Dadurch entstand über die Jahre eine der weltweit umfassendsten Datenbanken für finanziell relevante Nachhaltigkeitsinformationen. Die Daten des CSA werden zudem von Robeco in 84,6 Milliarden USD Assets under Management integriert.
RobecoSAM gehört zu Robeco, dem global aktiven Asset Manager, der 1929 gegründet wurde und das Kompetenzzentrum für Asset Management innerhalb der ORIX Corporation ist. Als Vorreiter nachhaltiger Investmentlösungen und deren Verbreitung gehört RobecoSAM zu den Unterzeichnern der UNPRI und engagiert sich in Institutionen wie Eurosif, ASrIA und Ceres. Die in Zürich ansässige RobecoSAM beschäftigt rund 130 Mitarbeitende. Per 31. Dezember 2015 verwaltete RobecoSAM über direkte und indirekte Aktien- und Private-Equity*-Mandate (Beratungs- und Lizenzvereinbarungen) Vermögenswerte in Höhe von 10,7 Milliarden USD. Darüber hinaus betreute das RobecoSAM Governance & Active Ownership Team** ein Vermögen von 238 Milliarden USD in Assets under Engagement und 49 Milliarden USD in Assets under Voting.

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