Patrick Odier gibt sein Amt bei Lombard Odier bis 2023 ab

Patrick Odier
Patrick Odier. (Foto: Lombard Odier)

Genf – Die Genfer Privatbankengruppe Lombard Odier hat die Nachfolge von Patrick Odier geregelt. Der heutige Senior Managing Partner wird spätestens im Jahr 2023 sein Amt abgeben und dieses dem geschäftsführenden Teilhaber Hubert Keller überlassen, wie die Nachrichtenagentur AWP erfahren hat.

Der Senior Managing Partner ist der „Primus inter Pares“ unter den Teilhabern von Lombard Odier, welche die oberste Instanz der Privatbank bilden. Öffentlich bekannt ist Odier, weil er von 2009 bis 2016 Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) war. Odiers Wirken als Bankierpräsident fiel in eine für den Finanzsektor entscheidende Zeit, die mit der Beerdigung des Bankgeheimnisses für ausländische Kunden ihren Höhepunkt fand.

„Sanfter Übergang“
Die über drei Jahre im Voraus angekündigte Ablösung bei der Bank soll einen „sanften Übergang“ sicherstellen, wie Patrick Odier nun in einer internen Mitteilung schreibt. Auf Wunsch des Teilhabergremiums und um einen langfristigen Übergang zu gewährleisten, akzeptiere er „mit Freude“ eine Verlängerung seines Mandats als Senior Manager bis 2022, heisst es in dem Schreiben. Im Jahr 2022 wird Lombard Odier ihren neuen Hauptsitz in Bellevue bei Genf beziehen.

Patrick Oder hatte im Juli seinen 64. Geburtstag gefeiert. Laut dem internen Schreiben können die Teilhaber ab dem 65. Lebensjahr in den Ruhestand treten, ihr Vertrag kann aber mit dem Einverständnis des Kollegiums verlängert werden.

Hubert Keller kam 2006 als geschäftsführender Teilhaber zu Lombard Odier. Er ist für Lombard Odier Investment Managers zuständig, die Gesellschaft also, die für das institutionelle Vermögensverwaltungsgeschäft zuständig ist.

Keller seit 2006 bei Lombard Odier
Der 1967 geborene Hubert Keller kam 2006 als geschäftsführender Teilhaber zu Lombard Odier, wo bereits sein Vater teilhabender Partner gewesen war. Zuvor war er bei SG Warburg und der Deutschen Bank. Er ist für Lombard Odier Investment Managers und damit für das institutionelle Vermögensverwaltungsgeschäft zuständig. Mit dem Gruppenvorsitz soll er dieses Amt allerdings abtreten.

Neben Odier und Keller rangieren Christophe Hentsch, Frédéric Rochat, Denis Pittet, Annika Falkengren sowie Alexandre Zeller als geschäftsführende Teilhaber. Im Herbst 2018 war Hugo Bänziger aus dem Gremium ausgeschieden, der 2015 von der Deutschen Bank zu Lombard Odier gestossen war. In den Medien war damals über einen Machtkampf zwischen ihm und Keller berichtet worden, der bereits damals als Favorit für die Odier-Nachfolge galt.

Patrick Odier sowie der 1958 geborene Hentsch sind derzeit die einzigen Vertreter der vier Gründungsfamilien Lombard, Odier, Hentsch und Darier unter den geschäftsführenden Teilhabern. 2015 war der Teilhaber Thierry Lombard gemeinsam mit seinem Sohn Alexis Lombard aus der Bank ausgeschieden. (awp/mc/pg)

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