Pensionskassen 2022 schwach – Leichte Erholung im Schlussquartal

Pensionskassen
(Foto von Ricardo Gomez Angel auf Unsplash)

Zürich – Schweizer Vorsorgeeinrichtungen blicken insgesamt auf ein schwaches Jahr 2022 zurück. Zwar kam es im Schlussquartal zu einer leichten Erholung, unterm Strich bleibt aber eine deutlich negative Entwicklung.

Gemäss dem neuesten Swisscanto Pensionskassenmonitor vom Mittwoch lag die Rendite aller Kassen 2022 im Durchschnitt bei rund minus 12 Prozent. Daran konnte auch eine leicht positive Rendite von geschätzten 1,36 Prozent im Schlussquartal nichts mehr ändern. Zwar hatten die Vorsorgeeinrichtungen auf der Obligationenseite auch im vierten Quartal mit Verlusten zu kämpfen, bei Aktien und Immobilien hellte sich das Bild allerdings geringfügig auf.

Entsprechend stiegen die Deckungsgrade im Vergleich zum Vorquartal etwas an. Und die gute Entwicklung der Aktienmärkte seit dem Jahreswechsel 2022/23 lasse nun die Hoffnung aufkommen, dass die Deckungsgrade die Delle des Jahres 2022 zügig überwinden könnten, so Swisscanto.

Überwiegend Unterdeckung
Auf das ganze Jahr gesehen kam es durch die letztjährigen Kursbewegungen aber zu einer deutlichen Verschlechterung bei den Deckungsgraden auf 105,6 Prozent von 122,1 Prozent ein Jahr davor. Nur noch knapp 21 Prozent der privatrechtlichen Kassen und gut 8 Prozent der öffentlich-rechtlichen Kassen wiesen gemäss der ZKB-Tochter zum Jahresende 2022 eine Deckung von mehr als 115 Prozent auf.

Derweil wiesen gut 16 Prozent der privaten, 44 Prozent der öffentlichen Kassen mit Vollkapitalisierung und sogar fast 92 Prozent der öffentlichen Kassen mit Teilkapitalisierung eine Unterdeckung auf. Immerhin hätten die hohen Reserven zum vorigen Jahreswechsel 21/22 ihre Funktion als Wertschwankungsreserve erfüllt, erklärt Swisscanto.

Nur Rohstoffe positiv
Einzige Anlageklasse mit einer positiven Rendite von 17,9 Prozent waren im Jahr 2022 die Rohstoffe. Alle anderen Anlageklassen verzeichneten teils hohe Verluste. So lag beispielsweise die Rendite für Aktien Schweiz bei -16,5 Prozent, Aktien Welt gaben über das Gesamtjahr gar 17,4 Prozent nach. Aber auch Obligationen lagen deutlich im Minus, mit -12,1 Prozent für Obligationen in Franken und -17,3 Prozent bei Obligationen Welt. Vergleichsweise gut hielten sich Immobilien Schweiz mit einem Minus von lediglich 5,4 Prozent.

Grundlage für die neuesten Schätzungen bildeten laut Swisscanto die effektiven Angaben der Kassen per Ende 2021 von 475 Vorsorgeeinrichtungen mit einem Vermögen von insgesamt 806 Milliarden Franken. Die Schätzungen für das Berichtsjahr sind demnach Hochrechnungen aufgrund der Marktentwicklungen und der von den Umfrageteilnehmern zu Beginn des Jahres 2022 gewählten Anlagestrategie, dies unter der Annahme dass seither keine wesentlichen Änderungen in der Allokation vorgenommen wurden.

Es dürfe daher mit Spannung erwartet werden, welche Reallokationen die Pensionskassen aufgrund der Kursbewegungen des Jahres 2022 und der dadurch geänderten Renditeerwartungen tatsächlich vorgenommen haben, heisst es bei Swisscanto. (awp/mc/pg)

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