PolyPeptide Group strebt Kotierung an Schweizer Börse an

PolyPeptide Group strebt Kotierung an Schweizer Börse an

Zürich – Mit dem schwedischen Pharmazulieferer PolyPeptide kommt demnächst ein direkter Konkurrent von Bachem an die Schweizer Börse. Damit konkretisieren sich die in Medienberichten schon seit einiger Zeit kolportierten Gerüchte und es zeichnet sich das erste klassische IPO an der SIX seit 2019 ab.

Die PolyPeptide Group plant den Börsengang an der SIX über ein IPO – vorbehältlich des Marktumfelds – bereits für das laufende zweite Quartal 2021, wie sie am Montag mitteilte. Sie bezeichnet das Vorhaben als «natürlichen nächsten Schritt», um das globale Profil und die finanzielle Flexibilität der Gruppe weiter zu stärken.

PolyPeptide entwickelt und produziert als Auftragshersteller mit über 900 Mitarbeitern Peptide für Pharma-, Biotechnologie-, Diagnostik- und Kosmetikfirmen. Das Unternehmen hatte 2017 das Peptid-Geschäft von Lonza übernommen.

Involviert in Entwicklung von Covid-Impfstoff
Peptide sind Wirkstoffe, die etwa in Krebsmedikamenten, Antibiotika, Impfstoffen oder Anti-Faltenmitteln zum Einsatz kommen. Unter anderem ist der Impfstoffhersteller Novavax ein Kunde – er wird von PolyPeptide bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 unterstützt.

Die Bedeutung von Peptiden für therapeutische Produkte bei verschiedenen Krankheitsindikationen hat laut PolyPeptide in den letzten Jahren zugenommen, unter anderem in den Bereichen Stoffwechselstörungen, Onkologie, Herz-Kreislauf, Neurologie und Gastroenterologie. Im Jahr 2020 produzierte PolyPeptide mehr als 1000 Kilogramm von über 200 Peptid- und Intermediärprodukten.

Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2020 nach eigenen Angaben einen globalen Marktanteil bei der ausgelagerten Fertigung von Peptidwirkstoffen von 20 bis 25 Prozent erreicht. Es verfügt über sechs zertifizierte und von der FDA zugelassene Produktionsanlagen in Europa, den USA und Indien.

PolyPeptide als globale Nummer 2
Im Geschäftsjahr 2020 erzielte PolyPeptide bei einem Umsatz von 223 Millionen Euro ein bereinigtes Betriebsergebnis (EBITDA) von 62 Millionen. Im Vergleich dazu ist Konkurrent Bachem mit eine Umsatz im vergangenen Jahr von gut 400 Millionen Franken noch etwas grösser. PolyPeptide sieht sich global als Nummer zwei bei der Produktion aller ausgelagerten Peptid-APIs (activ pharmaceutical ingredients).

Mit Blick auf den Börsengang soll das Angebot bis zu 40 Prozent des Aktienkapitals des Unternehmens nach dem IPO umfassen, einschliesslich der Mehrzuteilungsoption. Es sollen bestehende Aktien platziert werden, aber auch eine Erstplatzierung ist geplant.

Den Nettoerlös aus dem Börsengang will PolyPeptide verwenden, um die laufenden Investitionsausgaben zu beschleunigen, die Expansion in verwandte Geschäftsbereiche voranzutreiben sowie um weitere organische oder nicht-organische Wachstumsmöglichkeiten wahrzunehmen.

Zur Frage, wie hoch dieser Erlös sein könnte, war bislang für AWP keine Stellungnahme erhältlich. Im vergangenen Herbst hiess es in Medienberichten, dass die Gesellschaft im Zuge der Transaktion bis zu einer halben Milliarde Franken aufnehmen könnte. Schätzung massen der in Familienbesitz stehenden Firma einen Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden Franken zu.

Die Geschäftsleitung der PolyPeptide Group besteht aus Jane Salik (CEO), Jan Fuhr Miller (Finanzchef), Jan Christensen (Verkauf und Marketing) und Daniel Lasanow (Global Director Operations).

Ab dem Datum der Börsenkotierung wird Raymond de Vré, der am 1. April 2021 in das Unternehmen eingetreten ist, die Funktion als CEO von Jane Salik übernehmen. Zusätzlich zu ihrer Rolle als Mitglied des Verwaltungsrates wird sie während einer Übergangszeit, die mit der Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse 2021 enden wird, weiterhin der Geschäftsleitung angehören. (awp/mc/pg)

PolyPeptide

One thought on “PolyPeptide Group strebt Kotierung an Schweizer Börse an

  1. welche Banken werden mit dem IPO mandatiert?
    w i e kann ich als Deutscher mit Konto bei der Deutschen B zeichnen?
    welche Wertpaierkennr. ?

    mfG Hans Kindermann

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