Presse: Versicherer AIG will Aufspaltung verhindern

Peter Hancock
Peter D. Hancock, zurückgetretener AIG-Konzernchef.

AIG-CEO Peter Hancock.

New York – Der amerikanische Versicherungskonzern AIG will laut Presseberichten mit mehreren Sanierungsschritten um seine Aufspaltung herumkommen. Das Management plane, einen Minderheitsanteil seiner Hypothekenversicherungssparte an die Börse zu bringen und sein Vertriebsnetz zu verkaufen, berichtet das «Wall Street Journal» (WSJ/Montag) unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Der «Financial Times» (FT/Montag) zufolge plant die AIG-Führung zudem, verlustträchtige Bestände alter Versicherungspolicen vom restlichen Geschäft abzutrennen.

Seit vergangenem Jahr drängt unter anderem der streitbare Grossinvestor Carl Icahn das Management, AIG in drei Unternehmen aufzuspalten. Eine der Gesellschaften solle Schaden- und Unfallversicherungen, eine weitere Lebensversicherungen und eine dritte Hypothekenversicherungen verkaufen, forderte er Ende Oktober. Von der Aufspaltung verspricht er sich eine deutliche Wertsteigerung des Unternehmens. Zudem soll AIG auf diese Weise auch den erwarteten strengeren Kapitalanforderungen für systemrelevante Versicherer entgehen.

AIG wollte die Informationen auf Nachfrage der Zeitungen nicht kommentieren. Sprecher verwiesen darauf, dass der Konzern den Investoren am Dienstag Neuigkeiten zu seiner Strategie veröffentlichen will.

In Finanzkrise 2008/2009 vom Staat gerettet
Laut «WSJ» schätzen Analysten den Hypothekenversicherungsbereich auf einen Gesamtwert von 5 bis 7 Milliarden Dollar. Die Vertriebssparte mit mehr als 5000 Vertretern komme auf mehrere hundert Millionen Dollar. Bei den Versicherungspolicen, die AIG laut «FT» ausgliedern will, soll es um Bestände aus den 1990er Jahren gehen. Diese deckten etwa hohe Umweltschäden ab. Dabei müsse der Konzern weitaus höhere Schadenszahlungen abdecken als bei Abschluss der Verträge erwartet.

AIG war in der Finanzkrise 2008/2009 ins Straucheln geraten. Die US-Regierung hatte das Unternehmen mit mehr als 182 Milliarden Dollar gestützt, um eine Pleite abzuwenden. (awp/mc/ps)

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