Raiffeisen verschiebt Publikation des Geschäftsberichts

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(Foto: Raiffeisen)

St. Gallen – Raiffeisen verschiebt die Publikation des Geschäftsberichts für das Jahr 2017 um drei Wochen. Als Gründe für die Verschiebung der ursprünglich für den (heutigen) Mittwoch geplanten Veröffentlichung werden „inhaltliche Überarbeitungen“ genannt.

Diese seien durch den Rücktritt des Verwaltungsratspräsident Johannes Rüegg-Stürm und den Wirbel um den früheren Chef Pierin Vincenz notwendig geworden, sagte ein Sprecher der Bank gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte damit entsprechende Berichte in den Zeitungen „Tages-Anzeiger“, „Der Bund“ und „Berner Zeitung“ vom Mittwoch.

Die Bank werde detailliert am 24. April über das vergangene Jahr berichten und dann auch den Bericht über die Corporate Governance vorlegen. Gegen Raiffeisen läuft ein Verfahren der Eidgenösssischen Finanzmarktaufsicht (Finma) aufgrund von Mängeln bei der Corporate Governance, also der guten Geschäftsführung, im Zeitraum ab 2010.

Vincenz weiter in U-Haft
Die Finma stellte Interessenskonflikte beim Management fest im Zusammenhang mit bedeutenden Beteiligungen. Sie hat das Verfahren gegen Vincenz inzwischen aufgegeben, hingegen läuft das parallele Enforcementverfahren zu Themen der Corporate Governance gegen die Raiffeisen Schweiz weiter.

Zugleich ermittelt die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft gegen Vincenz wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung. Er soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben.

Aduno reichte im letzten Dezember, Raiffeisen im Februar Anzeige gegen den langjährigen Chef der Bankengruppe ein. Vincenz war deswegen Anfang März verhaftet worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft, wie die Zürcher Staatsanwaltschaft auf Anfrage bestätigte. (awp/mc/pg)

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