Italienische und spanische Renditen steigen stark

Mario Draghi

Absage an ausgeweitete Anleihenkäufe: EZB-Präsident Mario Draghi.

Frankfurt am Main – In Italien und Spanien sind die Renditen für Staatsanleihen am Donnerstag kräftig gestiegen. Nachdem sich die Lage seit Wochenbeginn zunächst deutlich entspannt hatte, sorgten Äusserung von EZB-Chef Mario Draghi für starke Belastung, wie Händler berichteten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte einer Ausweitung der Anleihekäufe der Notenbank eine klare Absage erteilt.

Andere Möglichkeiten wie die Vergabe von Notenbankgeld an den Internationalen Währungsfonds (IWF) und anschliessende IWF-Kredite an angeschlagene Euro-Länder bezeichnete er als «klomplex» und wohl nicht konform mit den EU-Verträgen.

Staatsanleihen Italien und Spanien massiv unter Druck
In den Euro-Schwergewichten Italien und Spanien gerieten die Staatsanleihen nach den Aussagen massiv unter Druck. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihe stieg bis zum Abend um rund 0,5 Punkte auf 6,4 Prozent. Im Wochentief war sie zeitweise auf unter 5,8 Prozent gesunken. In Spanien sprang die Rendite für Anleihen gleicher Laufzeit um rund 0,4 Punkte auf fast 5,8 Prozent. In den kürzeren Laufzeiten von zwei und fünf Jahren waren die Renditeanstiege noch kräftiger.

EZB erteilt ausgeweiteten Anleihenkäufen erneut Absage
Nicht wenige Experten fordern seit längerem, die EZB solle ihre Käufe von Staatsanleihen angezählter Euro-Länder wie Italien und Spanien massiv ausweiten. Sie sehen darin die einzige Möglichkeit, den Refinanzierungsdruck auf die Länder kurzfristig zu senken und damit die Schuldenkrise einzudämmen. Die EZB lehnt dies mit Verweis auf die europäischen Verträge und ihr Mandat ab. Zwar kauft sie Papiere am freien Markt, allerdings eher sporadisch und in begrenztem Volumen. (awp/mc/ps)

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