Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Wa(h)re Inflation

Robert Jakobs Wirtschaftslupe: Wa(h)re Inflation
Robert Jakob

Von Robert Jakob

Verkaufen uns die Statistiker für dumm? Ja. Denn seit Jahrzehnten wird bei den Inflationsstatistiken gemogelt. Besonders dreist seit Ende der 1990er Jahre in den USA und seit 2002 in der Eurozone. Aber auch in der Schweiz steigen die Konsumentenpreise etwas stärker als uns die staatlich angestellten Zahlenschubser wahrhaben wollen, wie in meinem Buch „Wie rette ich mein Geld?“ (Ellert&Richter, Hamburg) dargestellt.

Nach meinen Berechnungen sind in der Schweiz jährlich 50 Basispunkte auf die ausgewiesene Inflationsrate aufzuschlagen, in Deutschland ein Prozent und in den USA locker deren drei, weil die Warenkörbe, welche als Basis zur Berechnung der Konsumentenpreise dienen, beliebig manipuliert werden können. Aber das ist noch nicht alles.

Der geringe Anstieg der Konsumentenpreise täuscht über die wahre Inflation hinweg

Banken und Zentralbanken schöpfen unablässig Geld. Kritiker sagen: Sie tun es nach Gutsherrenart, frei und unkontrolliert. Gemäss der klassischen Wirtschaftstheorie müsste das unkontrollierte Anschmeissen der Gelddruckerpresse zu Inflation führen. In der Schweiz etwa hat sich die Geldmenge M3 (das ist die Summe allen Bargelds, Sicht-, Spar-, Termineinlagen und Transaktionskonti) von 1990 bis jetzt in der Schweiz auf über eine Billion Franken verdreifacht.

Eine alternative und elegante Berechnung der Inflation stammt aus der Feder des Nobelpreisträgers Milton Friedman. Der Papst des Monetarismus propagierte eine einfache Formel: Inflation ist der Zuwachs der Geldmenge („M3“) minus dem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes. Denn, so die neoklassische Auffassung, wenn mehr Geld geschöpft wird, als Waren und Dienstleistungen produziert werden, muss dies früher oder später dazu führen, dass es mehr Geld braucht, um die nun im Verhältnis zum bestehenden Geldpool knappen Güter zu erstehen. Also wird alles teurer. Das Argument verfängt. Die Schweizer Grossbank UBS untersuchte beispielsweise die Inflation in 119 Staaten in den Jahren 1993 bis 2002 und kam zu dem Ergebnis: Geldmengenwachstum und Inflation korrelieren zu 97%. Auch die Mehrzahl anderer Studien kam zu Übereinstimmungen jenseits der 90%-Schwelle.

Wenn die Korrelation so eindeutig ist, müsste aber die Inflation in der Schweiz seit 1989 gewaltig sein. Denn von 1990 bis jetzt hat sich das Bruttoinlandprodukt von gut 300 Milliarden Franken auf zwei Drittel einer Billion verdoppelt, die Geldmenge, wie bereits erwähnt allerdings gut verdreifacht. Die Drittelbillion zu viel an Geld hätte also in der Theorie zu 50% Inflation führen müssen. Kumuliert liefen aber in jener Zeit nur 30% Teuerung auf. Wo sich der andere Teil der Inflation versteckt, erzähle ich Ihnen dann nächste Woche…


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