SAM Foresight: Titandioxid – Ein wahrhaft smartes Material

Titandioxid

Von Farben und Lacken zu selbstreinigenden Oberflächen: Titanoxid.

Zürich – Titandioxid (TiO2) ist in weit mehr Produkten enthalten, als man vermuten mag. Am häufigsten wird es, aufgrund seiner strahlend weissen Farbe, als Pigment in den meisten handels­üblichen weissen Farben eingesetzt. Dank seiner effizienten Absorbierung von UV-Strahlung dient es ausserdem als Sta­bilisator für Kunststoffe und als gebräuchlicher Inhaltsstoff in Sonnencremes. In seiner reinsten Form wird TiO2 als Verdi­ckungsmittel für Zahnpasta, Cremes, Tabletten, Tinte und ver­schiedene andere Verbrauchsgüter verwendet.

Auf moleku­larer Ebene verfügt dieser natürlich auftretende Rohstoff über hervorragende Eigenschaften, die in der Zukunft zu einer be­deutenden Produktnachfrage beitragen können: Werden TiO2-Nanopartikel beispielsweise auf der Oberfläche von Ze­ment oder auf einem Fenster verteilt, wirken sie als Katalysa­tor für den chemischen Abbau von in der Luft enthaltenen Schmutzpartikeln, die auf diese Oberfläche auftreffen, wo­ durch Letztere eine selbstreinigende Eigenschaft erhält.

TiO2-Preise geben wieder nach
In der Vergangenheit war die wachsende Nachfrage nach Ti­tandioxid eng verknüpft mit dem globalen BIP. Die Versor­gungskette lässt sich relativ einfach beschreiben: Das Mineral wird im Erzbergbau gewonnen, anschliessend in der verarbei­tenden Industrie raffiniert und letztendlich von industriellen Verbrauchern in Produkten, zum Beispiel in Farben, verwen­det. Als im Jahr 2009 ein Teil der verarbeitenden Betriebe endgültig stillgelegt wurde, gerieten Angebot und Nachfrage aus dem Gleichgewicht, und die TiO2-Preise schnellten in die Höhe. Da die Erweiterung von Kapazitäten mit Aufwand und Kosten verbunden ist, wurden industrielle Abnehmer durch die steigenden Preise und die wahrgenommene Rohstoff­knappheit dazu bewegt, ihre Lagerbestände aufzustocken. Angesichts des schwankenden BIP im Laufe des Jahres 2012 erschöpften sich die Vorräte der Industrieverbraucher jedoch langsam, TiO2-Preise gaben nach, und die Auslastung der Verarbeitungskapazitäten brach zusammen.

Lager­bestände bald aufgebraucht
Kürzlich durchgeführte Marktstudien zeigen, dass die Lager­bestände bald aufgebraucht sein werden. Durch das wirtschaft­liche Wachstum, insbesondere in China und Nordamerika, und den sich weiterhin erholenden Bausektor werden Angebot und Nachfrage wieder in ein Gleichgewicht kommen, da in absehbarer Zukunft keine nennenswerte Ausweitung der Ka­pazitäten in Sicht ist. Von der Erholung der Kapazitätsauslas­tung dürften die TiO2-Verarbeiter profitieren, vor allem die am unteren Ende der Produktionskostenkurve positionierten Un­ternehmen wie beispielsweise DuPont und Rockwood Hol­dings, ein Anbieter von TiO2-Spezialitäten. «Nach unseren Prognosen wird die TiO2-verarbeitende Industrie künftig wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum von wachsenden Gewinn­spannen in einer disziplinierten und konsolidierten Branche profitieren können.» (SAM/mc/ps)

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