SBVg-Präsident: Neue US-Klagen nicht auszuschliessen

Patrick Odier

SBVg-Präsident Patrick Odier.

Zürich – Patrick Odier, Präsident der Bankiervereinigung (SBVg), kann im Steuerstreit mit den USA nicht ausschliessen, dass es zu weiteren Klagen analog zum Fall Wegelin kommt. «Die US-Behörden könnten über genügend Material verfügen, das auch Banken, die nicht auf der Elfer-Liste stehen, belasten könnte», sagte SBVg-Präsident im Interview mit der «Sonntagszeitung» (SoZ; Ausgabe vom 6.5.).

Umso mehr brauche es für den Finanzplatz Schweiz eine Globallösung. Odier geht davon aus, dass diese noch möglich ist. Eine Globallösung stelle sicher, dass die Vergangenheit der Banken legalisiert werde. «Wir haben kein Interesse, dass weitere Schweizer Banken ins Visier der Amerikaner geraten.» Wie hoch eine allfällige Zahlung an die USA ausfallen könnte, sei noch nicht klar.

«Ein für alle Mal einen Schlussstrich setzen»
Mit Blick auf den politischen Widerstand der SVP und der SP gegen das Steuerabkommen mit Deutschland warnt Odier davor, das Abkommen nicht umzusetzen. «Es ist die beste Lösung, um ein für alle Mal einen Schlussstrich bei den unversteuerten Geldern zu setzen», so Odier. Diese Lösung dürfe nicht durch innenpolitische Machtspiele gefährdet werden.

Mit dem Abkommen mache die Schweiz viele Kompromisse. «Dennoch müssen wir das Abkommen annehmen. Ich sehe für die Schweiz und Deutschland viel mehr Schwierigkeiten, wenn wir nichts machen und die Situation der unversteuerten Altgelder nicht lösen», sagte Odier. (awp/mc/ps)

SBVg

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