Schuldenkrise setzt Morgan Stanley zu

James Gorman

Morgan-Stanley-CEO James Gorman.

New York – Die Schuldenkrise hat der US-Investmentbank Morgan Stanley das Geschäft im zweiten Quartal verdorben. Angesichts der neuerlichen Turbulenzen an den Kapitalmärkten brachen die Erträge – die gesamten Einnahmen der Bank – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf knapp 7 Milliarden Dollar ein. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 564 Millionen Dollar übrig.

Die Zahlen gab das Wall-Street-Haus am Donnerstag bekannt und löste damit einen Kursrutsch aus. Annähernd 4 Prozent lag die Aktie zwischenzeitlich an der New Yorker Börse im Minus. Die Börsianer hatten erwartet, dass sich Morgan Stanley besser im trüben Umfeld behaupten könnte. Neben der europäischen Schuldenkrise belasten auch die maue US-Konjunktur und Sorgen um die Wirtschaft in Asien.

Universalbanken mit satten Gewinnen
Investmentbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs erzielen ihre Einkünfte vor allem aus Geschäften am Kapitalmarkt, aus der Beratung von Firmen etwa bei Börsengängen oder Fusionen und aus der Vermögensverwaltung für reiche Kunden. Goldman hatte im gleichen Zeitraum gut 900 Millionen Dollar verdient. Dagegen strichen die Universalbanken wie JPMorgan Chase, die Bank of America oder die Citigroup dank ihres Einlagen- und Kreditgeschäfts mit der breiten Masse der Bevölkerung milliardenschwere Gewinne ein.

Ergebnis lediglich auf dem Papier besser als im Vorjahr
Auf dem Papier sah das Ergebnis von Morgan Stanley allerdings deutlich besser aus als im Vorjahr, als die Investmentbank einen Verlust von 558 Millionen Dollar verbuchte. Das lag damals aber an einer einmaligen Belastung von 1,7 Milliarden Dollar durch ein Aktiengeschäft mit dem Grossaktionär und Partner Mitsubishi UFJ . Bereinigt um diesen Effekt lief es vor einem Jahr für Morgan Stanley deutlich runder.

Imageschaden nach Facebook-IPO
Grund für das jetzige schwache Ergebnis waren insbesondere die gesunkenen Erträge beim Handel mit Aktien und Anleihen. Auch der milliardenschwere Börsengang von Facebook , den Morgan Stanley massgeblich managte, half wenig. Im Gegenteil: Die vielen Probleme und der Absturz der Facebook-Aktie seit dem Gang aufs Parkett bedeuteten einen erheblichen Imageschaden. Die Banken reagieren auf die Probleme mit der Kürzung von Boni und Stellenstreichungen. (awp/mc/upd/ps)

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