SGKB Investment views: Die Fed wird die Zinsen weiter anheben

Thomas Stucki
Thomas Stucki, CIO St. Galler Kantonalbank. (Foto: SGKB)

Von Thomas Stucki, CIO St. Galler Kantonalbank. (Foto: SGKB)

St. Gallen – Im Dezember hat die Fed erstmals ihren Leitzins angehoben und die Finanzmärkte auf einen weiteren „graduellen“ Zinsanstieg vorbereitet. In der Interpretation der Fed hiess das, dass in diesem Jahr vier weitere Zinserhöhungen in regelmässigen Abständen folgen werden, erstmals wieder am 16. März. Seither hat die Stimmung gedreht. Die Ängste um die Weltwirtschaft, Befürchtungen, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession abdriften könnte und sinkende Aktienkurse haben das Zepter übernommen. Auf der Basis der Futures-Preise werden an den Finanzmärkten 2016 keine höheren Fed-Zinsen mehr erwartet.

Die Wirtschaftsdaten in den USA sind zu Beginn des Jahres unterschiedlich ausgefallen. Insbesondere die Daten aus dem Industriesektor enttäuschten auf breiter Front. Die hauptsächlichen Ursachen dafür sind bekannt: der Zerfall der Rohstoffpreise und der damit verbundene Rückgang der Investitionen in diesem Sektor sowie die Aufwertung des Dollars um 26% in den letzten 18 Monaten.

Gedämpfte Detailhandelszahlen
Aber auch die Detailhandelszahlen erfüllten die Erwartungen nicht. Diese sind auf monatlicher Basis jedoch mit Vorsicht zu interpretieren, da sie von Monat zu Monat stark schwanken und von vielen Faktoren wie beispielweise dem Wetter beeinflusst werden. Es ist aber offensichtlich, dass die Amerikaner durch den Schwall an negativen Meldungen und den Turbulenzen an den Finanzmärkten beunruhigt sind. Sie sparen ihr Geld lieber als es mit vollen Händen auszugeben.

Gute Basis für Erstarken des privaten Konsums
Positiv sind die die Daten aus dem Arbeitsmarkt und zur Einkommensentwicklung. Das Jobwachstum ist breit abgestützt und die Einkommen der US-Haushalte nehmen deutlich zu. Die Grundlage für ein Erstarken des privaten Konsums ist gegeben, wenn sich die Stimmung wieder aufhellt.

Trend spricht für wachsende US-Wirtschaft
Die aktuelle Situation ist vergleichbar mit derjenigen im September, als die Fed die damals erwartete Zinserhöhung aufschob. Zwei Monate später hatte sich vieles beruhigt und Janet Yellen und ihre Kollegen schritten zur Tat. Die Fed wird sich ihre Entscheidung an der nächsten Sitzung genau überlegen. Positiv für sie ist, dass sie keinen Druck hat, überhastet zu reagieren. Die Inflationsentwicklung ist trotz der in letzter Zeit ansteigenden Löhne unter Kontrolle. Die Fed wird den langfristigen Trend beurteilen und dieser spricht weiterhin für eine solid wachsende US-Wirtschaft. Weitere Zinserhöhungen der Fed werden in diesem Jahr folgen. Wenn nicht am 16. März, dann eben an den folgenden Sitzungen. (SGKB/mc/ps)

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