Sichtguthaben bei der SNB steigen im Vergleich zur Vorwoche um 13,5 Mrd CHF

Sichtguthaben bei der SNB steigen im Vergleich zur Vorwoche um 13,5 Mrd CHF
Sitz der Schweizerischen Nationalbank in Zürich. (Foto: SNB)

Zürich – Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche gestiegen. Die Einlagen von Bund und Banken lagen am 24. April bei 650,7 Milliarden Franken nach 637,2 Milliarden in der Woche davor, wie die SNB am Montag mitteilte.

Das ist ein Anstieg um rund 13,5 Milliarden Franken, womit die gesamten Fremdwährungskäufe des vergangenen Jahres von 13,2 Milliarden übertroffen wurden. Noch in keiner Woche hatte die Notenbank in diesem Jahr zuvor interveniert. Lediglich in der Woche zum 27. März stiegen die Sichtguthaben mit 11,7 Milliarden ebenfalls im zweistelligen Milliardenbereich.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Interventionen am Devisenmarkt scheinen zu wirken
Dass die Schweizer Notenbank im Devisenmarkt interveniert ist ein offenes Geheimnis. Sie scheint damit auch Wirkung zu entfalten, denn seit vergangener Woche hat sich der Euro wieder über 1,05 Franken festgesetzt, nachdem er kurzfristig unter diese Marke gefallen war.

Eine Aufwertung des Franken zum Euro könne die SNB zwar nicht verhindern, mit Interventionen wolle sie dies aber immerhin in kontrollierte Bahnen lenken, meinten Händler. Die SNB habe Wunschniveaus, die sie jeweils für eine gewisse Zeit aber nicht zu jedem Preis verteidige, sagte ein Händler einer Schweizer Bank. „Sie lässt immer wieder ein wenig Aufwertung zu, genau so viel, dass keine Spekulationen aufkommen.“

Im Januar sei die „rote Linie“ bei 1,0650 und im Februar bei 1,06 gewesen. Ab März bis Mitte April sei sie dann etwa bei 1,0550 gezogen worden, erklärte der Experte. Gemäss einer Prognose der UBS dürfte sich EUR/CHF bis Ende Juni noch weiter auf etwa 1,04 Franken abschwächen. (awp/mc/ps)

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