SIX: Halbjahresgewinn mehr als verdoppelt

Urs Rüegsegger

SIX-CEO Urs Rüegsegger.

Zürich – SIX erreichte im ersten Halbjahr 2012 ein nach eigenen Angaben erfreuliches Ergebnis: Der Betriebsertrag ging zwar um 7,4% auf CHF 582,3 Millionen zurück, der Konzerngewinn hat sich jedoch mit CHF 250,9 Millionen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, was hauptsächlich auf den Erlös aus dem Verkauf der Eurex-Beteiligung zurückzuführen ist. Bereinigt um den Eurex-Effekt in beiden Berichtsperioden und in Lokalwährung liegt der Betriebsertrag auf Vorjahresniveau und der Konzerngewinn stieg um 47,9% auf CHF 78,8 Millionen.  

Entsprechend den geringeren Aktivitäten an den Aktienmärkten gingen die Erträge im Wertschriftenhandel und im Post-Trading-Geschäft zurück. Die Erträge im Geschäft mit Finanzinformationen und im Zahlungsverkehr weisen dank guten Resultaten im Auslandgeschäft eine positive Tendenz auf. Geprägt wird das Resultat der ersten sechs Monate vor allem durch den Gewinn aus der Eurex-Transaktion von CHF 170,6 Millionen. Stark angestiegen von CHF -1,3 Millionen auf CHF 32,2 Millionen ist der Erfolg aus dem Handelsgeschäft. Die Zunahme von CHF 33,5 Millionen ist auf höhere Erträge aus Finanzanlagen zurückzuführen, unter anderem auf die Dividende von CHF 21,0 Millionen aus der Beteiligung an der Deutsche Börse AG. Positiv wirkten sich ferner die Anfang Jahr ergriffenen Massnahmen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit im Umfang von CHF 30 Millionen aus. Bereits im ersten Halbjahr sanken die Kosten im Vorjahresvergleich um rund CHF 15 Millionen.

Betriebsertrag um 7,4% rückläufig
Der Betriebsertrag erreichte im ersten Halbjahr CHF 582,3 Millionen, das sind 7,4% weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Ohne Eurex-Einfluss und in Lokalwährung konnte der Betriebsertrag auf Vorjahresniveau gehalten werden (-0,6%). Der Betriebsaufwand sank um 3,4% auf CHF 419,6 Millionen. Im ersten Halbjahr 2012 beträgt der Konzerngewinn CHF 250,9 Millionen und liegt damit um CHF 148,2 Millionen über dem Vorjahr. Bereinigt um den Eurex-Einfluss in beiden Berichtsperioden und in Lokalwährung stieg der Konzerngewinn um erfreuliche 47,9% auf CHF 78,8 Millionen (Vorjahr CHF 53,3 Millionen).

Urs Rüegsegger, Group CEO SIX: «Unter Berücksichtigung des erwartet schwierigen Marktumfeldes können wir auf ein insgesamt erfreuliches operatives erstes Halbjahr zurückblicken. Der Verkauf der Eurex-Beteiligung hat unsere finanzielle Basis weiter verstärkt und wird uns ermöglichen, das Wachstum der Gruppe mit gezielten Investitionen zu fördern.»

Entwicklung der Geschäftsbereiche
Im Geschäftsbereich Swiss Exchange führten die geringeren Handelsaktivitäten zu einem Rückgang der Börsenhandelsabschlüsse auf 16,8 Millionen Transaktionen, im Vergleich zu 18,6 Millionen in der Vorjahresperiode. Zusammen mit den tieferen Aktienkursen resultierte daraus ein um 20,9% gesunkener Börsenhandelsumsatz von CHF 480,3 Milliarden (Vorjahr CHF 607,3 Milliarden). Der durchschnittliche Marktanteil am Schweizer Blue-Chip-Handel liegt mit 67,5% auf Vorjahresniveau (68,0%). Der Betriebsertrag sank um 39,8% auf CHF 109,6 Millionen; bereinigt um den Eurex-Einfluss beträgt der Rückgang 14,6%.

Das geringere Börsenvolumen führte im Geschäftsbereich Securities Services zu einem deutlichen Rückgang der Inhouse-Settlement-Transaktionen um rund 19,6% auf 8,0 Millionen Transaktionen (Vorjahr 10,0 Millionen Transaktionen). Einen erfreulichen Anstieg verzeichneten wiederum die Crossborder-Transaktionen, die um 21,4% auf 4,4 Millionen Transaktionen (Vorjahr 3,6 Millionen) zunahmen. Seitdem die Clearing-Dienstleistungen in weiteren Märkten angeboten werden können, hat sich die Anzahl Transaktionen beinahe verdreifacht und erreichte im ersten Halbjahr einen Rekordwert von 59,2 Millionen Transaktionen. Als Folge der sinkenden Vermögenswerte lag das Depotvolumen mit CHF 2‘565 Milliarden um 6,6% unter dem Vorjahreswert von CHF 2‘745 Milliarden. Der Betriebsertrag sank um 5,6% auf CHF 88,4 Millionen.

Im Geschäftsbereich Financial Information zeigen die verschiedenen Optimierungsprogramme, höhere Preise für die Referenzdaten sowie Verkaufserfolge in den USA und in Frankreich eine positive Wirkung: Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 2% von CHF 157,4 Millionen auf CHF 160,4 Millionen. Zum dritten Mal in Folge wurde SIX Financial Information bei der Vergabe der begehrten Inside Reference Data / Inside Market Data Awards als bester Corporate Actions Data Provider ausgezeichnet.

Die im Geschäftsbereich Payment Services abgewickelten Zahlungstransaktionen stiegen kontinuierlich an: Im Acquiringgeschäft erreichten die über SIX verarbeiteten Zahlungen einen Betrag von CHF 21,8 Milliarden oder 9,3% mehr als im Vorjahr (CHF 19,9 Milliarden). Mit einer Zunahme um über 30% tragen die Transaktionen im Ausland wesentlich zum Wachstum bei. Die im Processing-Geschäft verarbeitete Anzahl Debit- und Kreditkarten-Transaktionen stieg in den ersten sechs Monaten von 1,4 Milliarden um 9,0% auf 1,5 Milliarden. Das schwierige Marktumfeld in der Schweiz und sinkende Margen im Kartengeschäft führten zu einem Rückgang des Betriebsertrags um 2,5%  auf CHF 190,5 Millionen. Bereinigt um den Währungseffekt beträgt der Rückgang 1,2% gegenüber der Vorjahresperiode.

Ausblick  
SIX rechnet nach wie vor für das laufende Jahr mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmen-bedingungen. Sowohl für die Handelsvolumen auf SIX Swiss Exchange als auch für das inländische Kartengeschäft bleiben die Aussichten für das Jahr 2012 verhalten. Zudem fallen im laufenden Jahr die Erträge aus der Eurex-Beteiligung weg. SIX rechnet deshalb mit einem tieferen operativen Ergebnis. Dank eines konsequenten Kostenmanagements und dem Erlös aus dem Eurex-Verkauf kann jedoch ein deutlich höherer Konzerngewinn erwartet werden. (SIX/mc/ps)

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