SIX, UBS und ZKB lancieren Bezahl-App „Paymit“

Paymit

Geld untereinander auch während eines Konzertes austauschen: Paymit. (Foto: UBS)

Zürich – Der Kampf um das digitale Portemonnaie der Schweizerinnen und Schweizer ist voll im Gang. Die Banken UBS und ZKB und der Finanzinfrastrukturanbieter SIX lancieren nun offiziell ihre Bezahl-App „Paymit“, die Geldüberweisungen zwischen zwei Smartphones ermöglicht. Sie treten damit in Konkurrenz mit bereits lancierten Apps anderer Schweizer Anbieter wie auch mit den Zahlungssystemen von Internet-Giganten wie Apple oder Google.

Die UBS werde in der kommenden Woche eine „laute Werbekampagne“ für die App starten, kündigte Andreas Kubli, Leiter Multikanal Management & Digitalisierung bei der UBS, an einer Medienkonferenz in Zürich an. Allerdings ist „Paymit“ bereits seit einigen Wochen in den App Stores von Apple und Google verfügbar: Die UBS-Version ist laut Kubli seither bereits rund 14’000 mal heruntergeladen worden, dabei wurde sie rund 9’000 mal aktiviert.

Während die UBS-Version für alle Smartphone-Inhaber mit einem Schweizer Bankkonto oder einer Kreditkarte offen ist, wählt die ZKB einen etwas anderen Weg und integriert „Paymit“ in ihre E-Banking-Applikation. Bisher habe sie knapp 1’600 Aktivierungen der App verzeichnet, wie Martin Loosli von der ZKB erklärte.

Weitere Produkte im Rennen
Im vergangenen Jahr hatten bereits die Telekomanbieter Swisscom, Sunrise und Orange eine eigene Bezahl-App namens „Tapit“ lanciert und auch die Postfinance ist mit einem Handy-Bezahlsystem unter dem Namen „Twint“ in den Startlöchern. Daneben bieten weiterhin Startup-Unternehmen, wie die Schweizer Anbieter Mobino, Muume oder Klimpr, eigene Bezahlsysteme – aber auch internationale Internet-Konzerne wie Apple, Google oder Facebook drängen mit Zahlungslösungen an den Markt.

Schlussendlich entscheidend für den Erfolg einer solchen App sei deren Verbreitung, räumte Kubli ein: „Solche Produkte haben ein eingebautes Schneeballsystem.“ Nur wenn eine grosse Anzahl an Personen die App nutzten, bringe sie auch etwas. Als Vorbild gilt etwa die MobilePay-Lösung der Danske Bank, die in dem skandinavischen Land rund 1,6 Mio User aufweist.

CS und Raiffeisen mit Interesse
Die „Paymit“-Initianten räumen sich dabei gute Chancen ein: Neben UBS und ZKB sind offenbar auch Credit Suisse und die Raiffeisen-Gruppe an der App interessiert. Zudem hat die ZKB offenbar „Paymit“ bereits auch den CEOs der Kantonalbanken vorgeführt, wobei sie laut Aussagen Looslis auf grosses Interesse gestossen ist.

Im Gegensatz zu „Tapit“ und „Twint“ bietet „Paymit“ vorläufig nur Zahlungen zwischen Privatpersonen (Peer-to-peer). Später sollen weitere Anwendungen dazukommen wie Überweisungen an Händler sowie das Bezahlen im Internet. Zumindest vorläufig ist die App für die Nutzer völlig kostenfrei. (awp/mc/ps)

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