smzh: Einschätzungen zur geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB vom 24. September 2026

smzh: Einschätzungen zur geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB vom 24. September 2026
Bekim Laski, CIO smzh ag (Foto: smzh)

Zürich – Die SNB bleibt trotz robuster Konjunktur und steigender Inflation bei null. Noch. Die SNB hat ihren Leitzins wie allgemein erwartet bei 0% belassen. Während EZB, Fed und Bank of Japan ihre Leitzinsen angesichts hartnäckiger Inflation angehoben haben, sieht die SNB keinen unmittelbaren Handlungsbedarf.

Kommentar von smzh

Der Entscheid ist weniger ein Signal für eine dauerhaft expansive Geldpolitik als Ausdruck einer komfortablen Ausgangslage.

Erholung ohne Überhitzung

Die Datenlage deutet auf eine sich erholende, aber noch nicht überhitzte Wirtschaft hin. Das sporteventbereinigte BIP wuchs im zweiten Quartal um 1,5% gegenüber dem Vorquartal, und die Frühindikatoren signalisieren eine anhaltende Expansion der Industrie. Die Inflation ist auf 0,8% gestiegen, bleibt aber im Bereich der Preisstabilität von Obis 2%.

Ungleichmässige Wirkung, schwächerer Franken

Die Nullzinspolitik wirkt expansiv, aber ungleichmässig. Die Refinanzierungskosten der Banken sind trotz des tiefen Leitzinses gestiegen, und die Unternehmenskredite wachsen nur halb so stark wie die Hypothekarkredite. Eine kreditgetriebene Überhitzung ist somit nicht erkennbar. Der seit Jahresbeginn real um 3,5% schwächere Franken dämpft den importierten Deflationsdruck. Das Aufwertungsrisiko bleibt angesichts der geopolitischen Unsicherheit jedoch bestehen.

2027 rückt in den Fokus: Richtung ja, Tempo nein

Sollten sich das robuste Wachstum und der graduelle Anstieg der Inflation fortsetzen und der Franken nicht erneut deutlich aufwerten, könnte eine erste Zinserhöhung auf 0,25% wieder auf die geldpolitische Agenda rücken. Die Finanzmärkte gehen deutlich weiter und preisen bis Juni 2027 rund 2,3 Zinserhöhungen ein, was einem Leitzins von knapp 0,6% entspricht. Wir teilen die Markterwartung bezüglich der Richtung, nicht jedoch des Tempos. Am kurzen Ende der Franken-Zinskurve ist damit bereits mehr Normalisierung eingepreist, als wir erwarten.

Der Weg zu einem positiven Zinsniveau: Kein Druck, aber Handlungsspielraum

Ein moderat positives Zinsniveau würde der SNB wieder konventionellen Spielraum für künftige Zinssenkungen verschaffen und Verzerrungen aufgrund sehr tiefer Zinsen reduzieren, etwa eine forcierte Suche nach Rendite oder eine geringere Differenzierung zwischen Kreditrisiken. Die SNB steht aber weder unter Lockerungs- noch unter Straffungsdruck. Nach Jahren sehr tiefer oder negativer Zinsen wäre eine Erhöhung weniger eine Straffung als eine Rückgewinnung von Handlungsspielraum.

Kommentar Bekim Laski, CFA, Chief Investment Officer

«Der Zinsentscheid der SNB ist folgerichtig. Der Markt preist bis Mitte 2027 mehr als zwei Zinserhöhungen ein. Mit der Richtung gehen wir einig, nicht aber mit dem Tempo. Die Datenlage deutet auf eine sich erholende, aber noch nicht überhitzte Wirtschaft hin, und die Inflation bleibt ungeachtet des schwächeren Frankens im Bereich der Preisstabilität. Die SNB steht damit weder unter Lockerungs- noch unter Straffungsdruck. Das erlaubt ihr, die Geldpolitik 2027 im eigenen Tempo zu normalisieren. Eine erste Erhöhung auf 0,25% wäre weniger eine Straffung als eine Rückgewinnung von Handlungsspielraum.»

Kommentar Burak Er, CFA, Head Research & Advisory Solutions

«Die Swapzinsen sind zuletzt vor allem bei mittleren Laufzeiten gestiegen. Mögliche SNB-Zinserhöhungen werfen für Immobilieninvestoren die Frage auf, ob die SARON-Finanzierung günstig bleibt oder jetzt eine längere Zinsbindung sinnvoll ist. Angesichts der hohen Absicherungsprämien und des geldpolitischen Spielraums der SNB halten wir eine längere Zinsbindung derzeit für suboptimal. Wir empfehlen, die Entwicklung weiter zu beobachten.» (smzh/mc/hfu)


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