SNB: Devisenanlagen steigen auf 281 Mrd CHF

SNB

Zürich – Die Devisenanlagen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind im August wegen des Kampfes gegen die Frankenüberbewertung kräftig angeschwollen. Sie stiegen von Ende Juli bis Ende August von 188,7 Mrd auf rund 281 Mrd CHF. Wie die SNB am Freitag weiter mitteilte, weitete sich ihre Bilanz damit von 249,6 Mrd auf 365,6 Mrd CHF aus.

Auf der Passivseite nahmen die Giroguthaben inländischer Banken von 29,4 Mrd auf 191,8 Mrd CHF zu. Diese Erhöhung hatte die SNB im August zur Schwächung des überbewerteten Frankens angekündigt.

Erstmals wieder Devisenswaps seit 2008
Die Devisenanlagen stiegen in erster Linie wegen den Devisenswaps, mit denen die SNB ebenfalls Liquidität in den Frankenmarkt pumpte, wie ein Sprecher der Nationalbank auf Anfrage erklärte. Die SNB hatte im August erstmals seit Herbst 2008 solche Devisenswaps durchgeführt, bei denen die SNB bei den Banken ausländisches Geld gegen Franken kauft und dieses für eine gewisse Zeit behält. Nach Ablauf der Frist muss die SNB die Devisen aber zu einem festgelegten Kurs zurückverkaufen. Damit ist das Risiko limitiert.

Eurokurs am Freitag bei 1,22 CHF
Wie sich die Devisenanlagen nach Währungen verteilen, gibt die SNB nur quartalsweise bekannt. Per Mitte Jahr machten die Eurobestände mit 89,3 Mrd EUR respektive damals 108,9 Mrd CHF den weitaus grössten Anteil aus. Im August profitierte die SNB auf ihren Euro-Beständen von leichten Wechselkursgewinnen, stieg doch der Euro gegenüber dem Franken von Anfang bis Ende Monat leicht von 1,13 auf knapp 1,16 CHF. Der Dollar legte ebenfalls leicht von 78,5 auf 80,5 Rappen zu. Seit Festlegung des Euro-Mindestkurses notiert die europäische Gemeinschaftswährung über der Mindestschwelle von 1,20 CHF. Am Freitagmorgen betrug der Wechselkurs knapp 1,22 CHF.

Bilanz bleibt anfällig auf Bewertungsänderungen

SNB-Vizedirektor Thomas Jordan hatte am Mittwoch erklärt, der Mindestkurs habe den Nebeneffekt, dass ein Teil der Währungsverluste der Nationalbank wieder rückgängig gemacht worden seien. Die Bilanz bleibe aber anfällig auf Bewertungsänderungen, so könnten Verluste auf anderen Währungen oder dem Gold eintreten. Nach dem «massiven Eigenkapitalschwund» durch die Konzernverluste von 19,2 Mrd CHF im Jahr 2010 und 10,8 Mrd CHF im ersten Semester 2011 seien die Gewinnausschüttungen an Bund und Kantone in Gefahr. Weitere Riesenverluste könne die SNB aber verkraften, schliesslich könne sie selber Geld drucken.

Selbst im Fall eines vorübergehend negativen Eigenkapitals würde die SNB nicht handlungsunfähig. Auf lange Sicht sei es unabdingbar, die Kapitalbasis durch einbehaltene Gewinne wieder zu stärken. Langfristig profitiere davon die ganze Volkswirtschaft. Denn nicht Gewinne seien der Massstab für den Erfolg der SNB, sagte Jordan. Die Nationalbank habe vielmehr die Preisstabilität zu gewährleisten und dabei der Konjunktur Rechnung zu tragen. (awp/mc/ps)

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