SNB: Ende der tiefen Zinsen in nicht allzu weiter Ferne

Jean-Pierre Danthine

SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine.

Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht das Ende des tiefen Zinsniveaus in absehbarer Zeit gekommen. Hätten sich die grossen Volkswirtschaften erst einmal von der aktuellen Krise erholt, würde auch das Zinsniveau wieder steigen, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine am Donnerstag laut Redetext am Money Market Event in Zürich.

Die aktuell rekordtiefen Zinsen betrachtet Danthine als Endpunkt der Entwicklung der letzten 20 Jahre, während der in allen grossen industrialisieren Ländern das Zinsniveau markant gesunken sei. So hätten etwa die Zinsen auf langjährigen Staatsanleihen der G7-Staaten zu Beginn der Achtzigerjahre teuerungsbereinigt noch bei rund 8% gelegen. Heute lägen sie dagegen nahezu bei Null.

Zu unkonventionellen Methoden gegriffen

Dass sich auch die kurzfristigen Zinsen derzeit um den Nullpunkt bewegen, sei auf die Bestrebungen der Notenbanken zurückzuführen, dem konjunkturellen Abschwung entgegenzuwirken. Da die Zentralbanken jedoch die Zinsen nicht unter das Nullniveau drücken könnten, hätten sie jüngst zu unkonventionellen Methoden greifen müssen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. In diesem Zusammenhang sei unter anderem auch die von der SNB ergriffene Massnahme zur Liquiditätssteigerung vom vergangenen August zu sehen. In der Tat habe diese den gewünschten Erfolg erzielt, sei doch der Drei-Monats-Libor in der Folge innerhalb eines Monats von 17,5 auf 0,3 Basispunkte zurückgegangen. (awp/mc/ps)

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