SNB: Philipp Hildebrand hat 2012 in neun Tagen 646’000 CHF verdient

Philipp Hildebrand

Ex-SNB-Präsident Philipp Hildebrand am Tag seines Rücktritts am 9. Januar 2012.

Bern / Zürich – Der ehemalige Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Philipp Hildebrand, der Anfang vergangenen Jahres wegen des Vorwurfs des Insiderhandels zurückgetreten ist, hat für die Zeit vom 1. bis 9. Januar 2012 ein Gehalt von 646’000 CHF bezogen. Im Jahr zuvor waren es noch 878’100 CHF. Inklusive Sozialbeiträge kam Hildebrand auf eine Gesamtvergütung von 748’000 CHF, wie aus dem am Donnerstag publizierten Geschäftsbericht der SNB hervorgeht. 2011 lag seine Gesamtvergütung bei 1,05 Mio CHF.

Hildebrand sei nach der Kündigung per Ende Januar eine Lohnfortzahlung für 12 Monate zugesprochen worden, die aber vorzeitig nach seinem Wechsel zum Vermögensverwalter Blackrock per 1. Oktober beendet wurde, wie ein SNB-Sprecher erklärte. Auf Anfang 2013 hat die SNB ihr Direktoriumsreglement verschärft. Mitglieder des Direktoriums und ihre Stellvertreter haben weiterhin Anspruch auf eine «Entschädigung für Erwerbsbeschränkungen», denen sie nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses unterliegen. Es besteht aber jetzt für sechs Monate ein Berufsverbot «für alle Arten von Finanzintermediären».

Dementsprechend werde eine Entschädigung in Höhe von sechs Monatslöhnen ausgerichtet, hiess es. Daneben kann der Bankrat bei Nichtwiederwahl oder Abberufung eine Abgangsentschädigung in Höhe von höchstens einem Jahresgehalt ausrichten.

Jordan mit mehr Lohn
Der seit 18. April amtierende neue SNB-Präsident Thomas Jordan erhielt 2012 eine Gesamtvergütung von 942’400 CHF. Gestiegen sind bei ihm insbesondere die diversen Vergütungen, worunter auch Dienstaltersgeschenke fallen. Jordan arbeitet seit 1997 für die SNB. Inklusive Sozialbeiträge kam Jordan auf knapp 1,11 Mio CHF. Damit verdiente Jordan rund 60’000 CHF mehr als noch im Vorjahr, als er noch die Position des Vizepräsidenten bekleidete. Der im April zum Vizepräsidenten aufgerückte Jean-Pierre Danthine kam 2012 auf eine Gesamtvergütung von 1,09 Mio CHF, 18’000 CHF weniger als 2011. Das dritte Geschäftsleitungsmitglied, Fritz Zurbrügg, erhielt für seinen Job seit August 825’500 CHF, einschliesslich des einmaligen Einkaufs in die Pensionspläne der SNB.

An Lohn erhielten Jordan und Danthine beide denselben Betrag von 858’600 CHF; bei Zurbrügg waren es 357’700 CHF. Die Gesamtvergütung der vier im letzten Jahr für die SNB tätigen Direktoriumsmitglieder lag vor Sozialbeiträgen bei 4,22 Mio und inklusive Sozialbeiträgen bei 5,42 Mio CHF. Die drei Stellvertreter des SNB-Direktoriums erhielten 2012 insgesamt 1,65 Mio CHF ausbezahlt, rund 1,8% weniger als ein Jahr zuvor. Die 15 teils wechselnden Mitglieder des Bankrats kamen auf Vergütungen von insgesamt 729’200 CHF. Das sind 6,5% mehr als noch 2011.

Höherer Personalbedarf wegen Euro-Mindestkurs
Der gesamte Personalaufwand der SNB stieg vergangenes Jahr um 4,2% auf 133 Mio CHF. Ende 2012 beschäftigte die Nationalbank 755 Personen einschliesslich 17 Lehrlinge. Das sind 32 Personen mehr als im Vorjahr. Hauptgrund für die Erhöhung war laut den Angaben der Personalbedarf zur Durchsetzung des Euro-Mindestkurses am Devisenmarkt. Die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) prüft die SNB-Jahresrechnung (Stammhaus) seit 2004 und die Konzernrechnung seit 2008. Dieser Revisionsauftrag brachte PwC im Berichtsjahr 0,3 Mio CHF ein. Deutlich besser schenkte der Revisionsauftrag für den Stabilisierungsfonds ein, der wie im Vorjahr mit 1,1 Mio entschädigt wurde. (awp/mc/upd/ps)

Zahl der beschlagnahmten Notenblüten auf tiefem Niveau gestiegen
In der Schweiz sind im Jahr 2012 rund 4300 falsche Schweizer Banknoten beschlagnahmt worden. Im Vorjahr waren es 3700 gewesen. Mit 12 Fälschungen pro Million Banknoten nehme sich dies bescheiden aus, erklärte die SNB. Im Jahresdurchschnitt belief sich der Notenumlauf laut dem am Donnerstag publizierten Geschäftsbericht der SNB auf 54,7 Mrd CHF. Er lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 49,3 Mrd. Die Zahl der insgesamt zirkulierenden Banknoten betrug durchschnittlich 357,9 Mio Stück (Vojahr: 336,3 Mio).

Überdurchschnittlich stark nahm die Nachfrage nach grossen Noten zu, was als Indiz für eine Zunahme der Schwarzarbeit oder vermehrtes Horten von Bargeld angesichts nur noch kleiner Sparzinsen gewertet werden kann. Der durchschnittliche Münzumlauf betrug laut SNB 2’847 Mio CHF (VJ 2’784 Mio). Das entsprach einer Stückzahl von 5’006 Mio Münzen (4886 Mio). (awp/mc/ps)

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