SNB-Präsident Jordan hält Euro-Mindestkurs für zentral

Thomas Jordan Schweizerische Nationalbank
SNB-Direktoriumspräsident Thomas Jordan. (© SNB)

SNB-Direktoriumspräsident Thomas Jordan. (© SNB)

Zürich – Die vor mehr als drei Jahren festgesetzte Euro-Kursuntergrenze von 1,20 CHF ist nach den Worten von SNB-Präsident Thomas Jordan weiterhin unverzichtbar. «Der Mindestkurs ist absolut zentral, um eben adäquate, richtige monetäre Bedingungen für die Schweiz aufrechtzuerhalten.»

«Die Deflationsrisiken, die haben deutlich zugenommen. Eine Aufwertung des Frankens würde zwangsläufig zu mehr negativer Inflation führen oder eben sogar zu Deflation», sagte Jordan in einem Interview in der Sendung «Eco» des Schweizer Fernsehens SRF weiter. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) könne weiterhin unbeschränkt Devisen kaufen, um den Mindestkurs zu verteidigen, so Jordan. Die Mitte Dezember angekündigten Negativzinsen auf Einlagen von Banken bei der Zentralbank sollen das unterstützen.

Grexit «nicht im Basis-Szenario»
Die Schweizerische Nationalbank rechnet ausserdem nicht mit einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone, dem auch als «Grexit» bezeichneten Szenario: «Wir gehen nicht davon aus, dass dies passieren wird», sagte Jordan. «Das ist nicht in unserem Basis-Szenario.» Gleichzeitig betonte Jordan die Gefahren: «Man darf aber diese Risiken, falls es zu einem Austritt kommen sollte, nicht unterschätzen.» Es sei deshalb absolut zentral, dass die griechische Regierung den Konsolidierungskurs für ihr Budget und ihre Verschuldung aufrechterhalte. «Es ist ganz wichtig, dass die Strukturreformen weitergeführt werden», so Jordan weiter. (awp/mc/pg)

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