SNB schreibt im 1.Quartal einen Gewinn von 5,7 Mrd Franken

Thomas Jordan
SNB-Direktionspräsident Thomas Jordan. (Foto: SNB/P. von Ah)

SNB-Direktionspräsident Thomas Jordan. (Foto: SNB/P. von Ah)

Bern – Für das erste Quartal 2016 legt die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Gewinn von 5,7 Mrd CHF vor. Profitiert hat die SNB von tiefen Zinsen und Goldpreisen, die im Zug einer schwächelnden Weltkonjunktur gestiegen sind. Negativ zu Buche schlagen nach wie vor die Risiken aus Fremdwährungen wie dem Euro.

Nach den massiven Verlusten in den ersten beiden Quartalen 2015 weist die Notenbank nun zum dritten Mal in Folge ein Plus aus – doch mit sinkender Tendenz. Im dritten Quartal 2015 war die SNB mit einem Gewinn von 16,2 Mrd CHF zum ersten Mal in die Gewinnzone zurückgekehrt, nachdem sie im ersten Halbjahr noch einen Verlust von 50,1 Mrd CHF eingefahren hatte.

Im vierten Quartal legte die SNB mit 10,9 Mrd CHF zum zweiten Mal einen Gewinn vor. Und nun kommunizierte sie am Donnerstag in ihrem Zwischenbericht für das erste Quartal zum dritten Mal in Folge einen Gewinn.

6,9 Mrd Franken wechselkursbedingter Verlust
Trotz Quartalsgewinn schlagen besonders die Verluste auf ihre Währungsreserven negativ zu Buche. Einen negativen Einfluss hat dabei vor allem der Euro. Die Gemeinschaftswährung hatte im Jahr 2015, durch die überraschende Freigabe des Euro-CHF-Mindestkurses im Januar, um 9,7 Prozent an Wert verloren. Ende Dezember 2015 kostete ein Euro 1,08 CHF, ein Jahr zuvor 1,20 CHF. Das brachte der Notenbank massive Buch-Verluste auf ihre Reserven ein.

Da der Euro gegenüber dem Franken nach wie vor unterbewertet ist, resultiert auch im ersten Quartal 2016 ein wechselkursbedingter Verlust von 6,9 Mrd CHF auf den Fremdwährungspositionen, wie die SNB mitteilte. Die SNB hält allein 42% ihrer Devisenreserven in Euro. Diese missliche Situation dürfte der SNB weiterhin zu schaffen machen, da die Europäische Zentralbank auch in absehbarer Zeit nicht von ihrer expansiven Geldpolitik abrücken wird. Immerhin hat sich jedoch der Euro im ersten Quartal 2016 gegenüber dem Franken etwas aufgewertet, wohl nicht zuletzt, weil die SNB auf den Devisenmärkten eingreift, um den Franken zu schwächen.

Weitere 33 Prozent ihrer Devisenreserven hält die SNB in Dollar. Im Verlauf des ersten Quartals hat sich der Dollar gegenüber dem Franken um 4 Prozent abgewertet, sodass auch der Dollar zum wechselkursbedingten Verlust beigetragen hat.

Vom tiefen Zinsniveau profitiert
Eindeutig profitiert hat die SNB hingegen vom tiefen Zinsniveau. Bei den Fremdwährungspositionen stehen nämlich dem wechselkursbedingten Verlust Kursgewinne von 6,2 Mrd CHF auf Zinspapiere und -instrumente gegenüber. Hinzu kommen weitere Zins- und Dividendenerträge, sodass die Fremdwährungspositionen mit einem Plus von unter dem Strich 1,2 Mrd CHF zum Ergebnis des ersten Quartals beitragen.

Einen positiven Betrag von 439 Mio CHF zum Quartals-Gewinn leisteten auch die Frankenpositionen. Mit 333 Mio CHF den grössten Anteil hiervon machten die Negativzinsen aus, die die SNB von den Banken auf deren Giroguthaben erhebt. Während die Guthaben ausländischer Banken bei der SNB im ersten Quartal gesunken sind, stiegen jene der inländischen Banken von 402,3 Mrd CHF auf 421,4 Mrd CHF.

4,1 Mrd Franken Buchgewinn auf Gold
Mit 4,1 Mrd CHF steuerte der Bewertungsgewinn auf dem mengenmässig gleich gebliebenen Goldbestand einen Löwenanteil zum Quartalsgewinn der SNB bei. Von Ende Dezember 2015 bis Ende März 2016 war der Preis für ein Kilo Gold von 34’103 CHF auf 38’091 CHF geklettert. Dieser Preisanstieg ist in Zusammenhang mit dem Misstrauen der Anleger auf den Aktienmärkten gegenüber den Schwellenländern vor allem im Januar und Februar zu sehen.

In solchen Situationen dient das Edelmetall Gold tendenziell als sicherer Hafen. Die Schweizerische Notenbank hat also auch von einer schwächelnden Weltkonjunktur profitiert. Im vergangenen Jahr hatte aus der Bewertung der Goldreserven noch ein Verlust von 4 Mrd CHF resultiert.

Es zeigt sich, dass die SNB überwiegend abhängig ist von den starken Schwankungen auf den internationalen Gold-, Devisen- und Kapitalmärkten. Deshalb will sie in ihrer Mitteilung vom Donnerstag zum ersten Quartal keine Rückschlüsse auf das Gesamtjahr ziehen. (awp/mc/pg)

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