Société Générale erleidet 2020 ersten Jahresverlust seit Dekaden

Société Générale erleidet 2020 ersten Jahresverlust seit Dekaden
Frédéric Oudéa, CEO Société Générale.

Paris – Die Corona-Krise und der geplante Konzernumbau haben der französischen Grossbank Société Générale 2020 den ersten Jahresverlust seit mehr als drei Jahrzehnten eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von 258 Millionen Euro nach einem Gewinn von 3,25 Milliarden ein Jahr zuvor, wie das Institut am Mittwoch in Paris mitteilte. Gemäss den Aufzeichnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg, die bis ins Jahr 1988 zurückreichen, war dies der erste Jahresverlust in dieser Zeit.

Im vierten Quartal verdiente die Bank jedoch mehr als von Analysten erwartet, und das kam auch am Finanzmarkt gut an. Die Société-Générale-Aktie legte an der Börse in Paris am Morgen um 3,32 Prozent auf 17,982 Euro zu und war damit stärkster Wert im französischen Leitindex Cac 40 . Damit wird das Papier aber immer noch rund 40 Prozent billiger gehandelt als vor einem Jahr, bevor die Corona-Pandemie die Welt und die Finanzmärkte erfasst hatte.

Rückstellungen von 3,3 Mrd Euro
Wie bei anderen Geldhäusern zog auch bei der Société Générale im vergangenen Jahr vor allem eine hohe Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite infolge der Pandemie das Ergebnis nach unten. Insgesamt legte die Bank dafür bisher 3,3 Milliarden Euro zurück, über zweieinhalb Mal so viel wie im Vorjahr.

Im vierten Quartal fiel die Summe zwar geringer aus als von Analysten erwartet und bescherte dem Institut einen überraschend hohen Nettogewinn. Belastend wirkten sich jedoch Kosten für die geplanten Filialschliessungen und den Verkauf der Fondssparte Lyxor aus.

Tiefere Erträge im Aktien- und Anleihehandel
Allerdings sackten die Erträge im Aktien- und Anleihehandel entgegen dem Branchentrend nach unten. Andere Banken hatten hier im vierten Quartal deutlich zugelegt. Auf Jahressicht gingen die gesamten Erträge der Société Générale sogar um mehr als zehn Prozent auf 22 Milliarden Euro zurück. Ihren Aktionären will die Bank trotz des Verlusts eine Dividende von 55 Cent je Aktie zahlen – dies ist die höchstmögliche Summe gemäss der Regulierung durch die Europäische Zentralbank (EZB) aufgrund der Corona-Krise.

Unterdessen will die Société Générale ihr Filialnetz mit dem ihres Ablegers Credit du Nord zusammenlegen. Insgesamt soll die Zahl der Filialen in diesem Zuge bis zum Jahr 2025 von derzeit etwa 2100 auf rund 1500 sinken, wie das Kreditinstitut im Dezember mitgeteilt hatte. (awp/mc/pg)

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