Société Générale fällt bei Anlegern trotz Gewinnanstieg in Ungnade

Frédéric Oudéa

Bankchef Frédéric Oudéa.

Paris – Die zweitgrösste französische Bank Société Générale hat trotz eines kräftigen Gewinnanstiegs die Märkte verunsichert. Ein erneutes Minus in Russland, ein schwaches Ergebnis im Anleihebereich und Probleme im heimischen Privatkundenmarkt sorgten am Mittwoch für Verluste an der Börse. Mit einem Abschlag von drei Prozent war die Aktie bis zum frühen Nachmittag der grösste Verlierer im Eurozonen-Auswahlindex EuroStoxx 50. Experten monierten, dass der deutlich höhere Gewinn vor allem auf ein starkes Ergebnis im Aktienhandel zurückzuführen ist. Dies könne sich als wenig nachhaltig erweisen, sagte ein Händler.

Der Überschuss habe sich in den ersten drei Monaten auf 868 Millionen Euro mehr als verfünffacht, teilte die Bank in Paris mit. Im Vorjahr war der Gewinn allerdings auch durch eine hohe Abschreibung auf das Russland-Geschäft stark belastet worden. Dieses Mal fiel zwar keine weitere Wertberichtigung für die russische Sparte an. Aber auch so sorgten die Aktivitäten in dem wegen den Folgen der Ukraine-Krise mit grossen Problemen kämpfenden Land für Verluste. Die Société Générale gehört zu den vier grössten ausländischen Banken, die in Russland aktiv sind.

Schleppendes Privatkundengeschäft  in Frankreich
Zudem läuft auch das Privatkundengeschäft in Frankreich nach wie vor nur schleppend – die Erträge stagnierten und der Gewinn ging zurück. Gut schnitt dagegen die Sparte Grosskunden und das Investmentbanking ab. Hier zogen die Erträge vor allem wegen des lebhaften Handels an den Aktienmärkten und im Beratungsgeschäft an – wohingegen der Umsatz mit Anleiheprodukten anders als bei vielen Konkurrenten zurückgegangen ist. (awp/mc/ps)

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