S&P gibt den USA weiter die zweitbeste Note

Standard & Poor's S&P

London – Die Ratingagentur Standard & Poor’s sieht keine Veränderung der Kreditwürdigkeit der USA. Die Bonität werde weiter mit mit der zweitbesten Note «AA+» bewertet, teilte S&P am Freitag in London mit. Zudem zeichne sich auch keine Änderung ab. Der Ausblick für das Rating bleibe «stabil».

Belastet werde das Rating durch den weiterhin hohen Schuldenstand und das hohe Haushaltsdefizit, schrieb S&P. Nachdem sich der Schuldenstand zuletzt stabilisiert habe, dürfte er bis zum Ende des Jahrzehnts wieder steigen, falls die Politik nicht handle. Der Politik seien derzeit allerdings auf Grund der Blockade im Kongress die Hände gebunden. Zuletzt hatten unterschiedliche Mehrheiten im Senat und Repräsentantenhaus immer wieder Entscheidungen verhindert.

Die Konkurrenten Fitch und Moody’s geben den USA derzeit die Bestnote. S&P hatte den USA im Juni 2011 die Topnote «AAA» entzogen.

Irland erstmals seit Beginn der Krise hochgestuft
S&P hat die Kreditwürdigkeit von Irland um eine Stufe angehoben. Die Bonitätsnote steige von «BBB+» auf «A-«, teilte S&P am Freitagabend in London mit. Die Ratingagentur stellt Irland noch bessere Noten in Aussicht: Der Ausblick für das Rating bleibt positiv. Nach einer Reihe von Herabstufungen ist dies die erste Heraufstufung seit Beginn der Schuldenkrise. Anfang 2009 hatte Irland noch die Bestnote «AAA».

S&P begründete den Schritt mit verbesserten Wachstumsaussichten des Landes. Im Durchschnitt der Jahre 2014 bis 2016 erwartet die Agentur ein Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent. Bisher war sie nur von 2,0 Prozent ausgegangen. S&P lobt die Reform- und Sparpolitik des Landes.

Die Agentur erwartet eine weiterhin starke Auslandsnachfage und eine anhaltende Erholung der Binnenwirtschaft. Die hohen Investitionen aus dem Ausland stützten die Binnenwirtschaft. Gefahren sieht S&P vor allem noch im Bankensektor.

S&P bewertet Irland jetzt besser als die Konkurrenten Moody’s und Fitch, die das Land eine Note schlechter einstufen. Seit Ende 2013 befindet sich Irland nicht mehr unter dem Euro-Rettungsschirm. Zuletzt hat sich das Land auch wieder erfolgreich über die Kapitalmärkte refinanziert.

Italien droht weiter Herabstufung der Kreditwürdigkeit
S&P sieht trotz des jüngsten Regierungswechsels noch keine Verbesserung der Kreditwürdigkeit von Italien. Die Bonitätsnote bleibe bei «BBB», teilte S&P am Freitag in London mit. Der Ausblick für das Rating ist «negativ». S&P droht also der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone weiter mit einer Herabstufung. Die aktuelle Note liegt lediglich zwei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

Einige Beobachter hatten vor der Entscheidung zumindest mit der Anhebung des Ausblicks gerechnet. S&P begründete den negativen Ausblick mit den schwachen Wachstumsaussichten des Landes.

Mit Blick auf die Reformpolitik des neuen italienischen Premierministers Matteo Renzi äussert sich S&P zurückhaltend. Die bisher von der Regierung geäusserten Absichten seien ermutigend. Man müsse jedoch abwarten was von dem Programm umgesetzt werde und in welchem Zeitraum dies geschehe.

Die Ratingagentur Moody’s bewertet die Bonität von Italien wie Moody’s (Baa2) und Fitch bewertet eine Note besser («BBB+»). (awp/mc/ps)

 

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